Leserbrief: „Beginnender Wahlkampf – wie ich es als Bürger wahrnehme“

„Als wäre Corona nicht schon schlimm genug, kommt jetzt auf uns auch noch der Kommunalwahlkampf in Erlensee zu“, so Hardy Däumer am Beginn seines Leserbriefs.


Es fing an mit den Grünen, die uns mit Christbaumkugeln aufgehübschten Sommerbildern ihrer Kandidaten jeden Tag beglückten. Alles in Grün und ökologisch, teilweise sinnfrei zitiert und sogar mit Interpunktionsfehlern aus dem Internet abgeschrieben.

Und dann mit neuen Farben – Rot, Orange, Bunt – kommt die SPD daher. Ähnliche Idee. Die Kandidaten stehen da mit ihren Sprüchen auf Pappkarton wie die Studenten in den Siebzigern, die an den Straßen standen mit Schildern MÜNCHEN, ROM, MADRID, und mitgenommen werden wollten.

Was kommt jetzt noch? Die CDU? Nach dem bekannten Farbzuordnungen wäre dann nach Grün und Rot Schwarz dran. Gibt es dann „Thirty Shades of Grey“-Sprüche? Bitte nicht!

Aber mal ehrlich: Wenn ich als Wähler nur Tagessprüche lesen will, dann kaufe ich mir eventuell den Neukirchener Jahreskalender zu Erbauung und für Heilsversprechen. Wir Wähler wollen was Konkretes sehen und hören. Dialog nicht Monolog. Lokalgeprägt und nicht philosophisch.

Und hört auf, euch die Vergangenheit um die Ohren zu hauen. Für die finanzielle Misere sind mehr oder minder alle verantwortlich. Ob nun Millionen im Schwimmbad und Sauna versenkt wurden, Hunderttausende fürs Museum, Gewerbeland verschleudert wurde, Schrottimmobilien gekauft wurden oder Unsummen für eine Hundefreilaufwiese genehmigt wurden.

Schaut in die Zukunft – in unser aller Zukunft – und sagt, wie und womit ihr diese meistern wollt. Schreibt keine ermüdenden, hingefaselten Wahlprogramme , sondern listet klar und knackig Punkte und Projekte, die ihr für uns angehen wollt. Mit Machbarkeitsüberlegungen, Handlungsideen und Kosten-/Finanzierungsvorstellungen und versucht Mehrheiten zubekommen und den Bürger einzubeziehen und zu überzeugen.

Ach …und noch eins: Man komme jetzt nicht wieder mit dem Totschlagargument „Wählen ist Bürgerpflicht!“

Mündige und interessierte Bürger sehen das nicht als Pflicht, sondern als Ehre. Die Ehre jemandem, der einen mit Fakten, Vertrauen, Ehrlichkeit und erwiesener Tatkraft überzeugt hat, seine Stimme zu geben. Und der sich auch die Freiheit nimmt, den Stimmzettel einfach durchzustreichen, wenn keiner es Wert ist und nicht nur den „Akzeptabelsten von den Uninteressanten“ aus falsch verstandener Pflicht anzukreuzen.

Auf einen sachlichen, informativen, zielführenden und bürgernahen (..nach Corona-Regeln..) verlaufenden Kommunalwahlkampf freut sich

Hardy Däumer
Erlensee

Leserbriefe können an redaktion@erlensee-aktuell.de zur Veröffentlichung gesendet werden. Sie geben allein die Meinung der Verfasser wieder, die ebenfalls darüber entscheiden, ob diese auch auf der Facebookseite von Erlensee Aktuell veröffentlicht werden sollen. Anonyme Zusendungen sind von einer Veröffentlichung ausgeschlossen.

 

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