Schlüchterner Freibad wird für rund 13,5 Mio Euro umfassend saniert

(pm/ea) – Worauf viele Menschen im Bergwinkel schon sehnsuchtsvoll gewartet haben, wird Realität: die umfassende Sanierung des Schlüchterner Freibades hat begonnen.

Die Abrissarbeiten wurden europaweit ausgeschrieben und konnten nach langen Planungs- und Genehmigungsphasen an ein Gelnhäuser Unternehmen vergeben werden. Im März wird mit dem Abbau sämtlicher Gebäude (Eingang, Technik, Umkleiden) begonnen. Dieser Prozess soll innerhalb von ungefähr zwei Monaten abgeschlossen sein. Gleichzeitig hat das beauftragte Planungsbüro den gesamten Bauantrag an die Stadt Schlüchtern übergeben, welcher an die Bauaufsicht des Main-Kinzig-Kreises weitergereicht wurde. Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) äußerte seine Freude darüber, dass nun „auch nach außen hin Fortschritte bei der Sanierung des Freibades sichtbar sind“.

Obwohl in den vergangenen Monaten das Freibad-Areal im Dornröschenschlaf lag, waren die Verantwortlichen nach der Schließung des Bades Anfang vergangenen Oktober keineswegs untätig. Regelmäßig einmal pro Woche fanden seitdem Online-Planungstreffen zwischen allen Beteiligten statt. Nach dem Abriss geht es an den Wiederaufbau. Zunächst erfolgt der Erdaushub, damit anschließend die Rohbauten erstellt werden können. Im Schwimmbereich werden zudem sämtliche Beckenköpfe und Fliesen abgetragen. Die bisherige Bodenplatte der Becken wird weitergenutzt und als Untergrund für das Verlegen wichtiger Leitungen verwendet. Diese Leitungsebene wird mit einer Betonage versiegelt. Das Entscheidende hierbei ist, dass der Boden vor dem Fliesen etwa ein halbes Jahr lang vollständig aushärten muss. Aufgrund der Verlegung von Leitungen werden die neuen Beckenköpfe später auch ungefähr 45 Zentimeter über dem normalen Außenniveau liegen. Dadurch wird sichergestellt, dass auch motorisch Gehbehinderte barrierefrei Zugang haben, da sie sich am Rand niederlassen und dann mit einer Drehbewegung ins Wasser gleiten können.

Die Stadt Schlüchtern betreibt das Freibad etwa seit dem Jahr 1930. Der Gebäudebestand sowie die Schwimmbadtechnik wurden zuletzt im Jahr 1980 grundlegend überarbeitet. Nun ist die gesamte Anlage äußerst sanierungsbedürftig. Die bestehenden Gebäude werden aufgrund erheblicher Mängel und zu geringer Fläche für die neue Technik abgerissen und durch zwei Ersatzneubauten ersetzt. Die Schwimmbadtechnik muss ebenfalls vollständig erneuert werden. Ziel ist es, neben den notwendigen technischen Neuerungen der Gesamtanlage einen zeitgemäßen Auftritt zu geben, eine behindertengerechte Infrastruktur zu schaffen und die Betriebskosten zu senken.

Neben der grundlegenden Sanierung der Schwimmerbecken nach dem neuesten Stand der Technik wird auch das Kleinkindbecken neu geplant und in den Sicht- und Einwirkbereich des Schwimmmeisters gebaut. Ein neuer Schwimmmeisterturm mit zusätzlichem Sanitätsraum ermöglicht die Überwachung des Gesamtgeländes. Das bestehende Kinderbecken wird stillgelegt und zu einem Trockenspielplatz umgestaltet, die Durchschreitebecken der Anlage durch barrierefreie Mulden ersetzt sowie die Rutsche zum Nichtschwimmerbecken durch eine neue, breitere Anlage ersetzt. Nach Fertigstellung der Becken werden zudem die Pflasterflächen mit neuen Belägen versehen und die Übergänge zu der Liegewiese und zu den Verkehrsflächen landschaftsplanerisch überarbeitet.

Noch eine Besonderheit, die durch Auflagen vorgeschrieben ist: Die beiden großen Becken werden durch insgesamt 24 farbige Unterwasserstrahler beleuchtet. Die Fliesen für die Schwimmbereiche wurden auch in diesen Tagen ausgesucht. Sie werden traditionell blau und weiß sein.

Die geschätzten Kosten für das gesamte Bauprojekt belaufen sich derzeit auf rund 13,5 Millionen Euro. Die Stadt erhofft sich dafür aus verschiedenen Töpfen Zuschüsse in Höhe von einer Million Euro. Bleibt noch die spannende Frage, wann die Arbeiten beendet sein werden und die Gäste wieder ihre Runden im Becken drehen können. Aus derzeitiger Sicht wird die Sanierung bis weit in das Jahr 2025 andauern.

Auf dem Foto: Offizielle Übergabe des Bauantrags von den beiden Planungsbüro-Mitarbeitern Daniel Storbeck und Nicole Benac an die Verantwortlichen der Stadt (von links)

Foto: Stadt Schlüchtern

 

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