Hanaus Stadtschulsprecher kritisieren Kleidungsregel-Forderung des Bundeselternrates

(pm/ea) – Der Bundeselternrat hat kürzlich gefordert, dass es einheitliche Kleidungsregelungen an deutschen Schulen geben soll. Er positionierte sich gegen „lottrige, zerrissene oder freizügige Kleidung“. Die Stadtschulsprecher Hanaus, Nouha ElJazouli (Hohe Landesschule) und Max Tischberger (Karl-Rehbein-Schule) kritisieren diese Forderung.

Nouha ElJazouli erklärt: „Wer entscheidet, was freizügig ist oder nicht? Ich beobachte immer wieder, dass in diesen Debatten überdurchschnittlich oft Mädchen etwas falsch machen würden. Jungs könnten sich in der Schule nicht konzentrieren, würden Mädchen bauchfrei oder Hotpants tragen. Aber nicht unsere Kleidung ist das Problem, sondern, dass sie sexualisiert wird und man damit legitimiert, wenn Jungen uns unangemessen mit Starren belästigen.“

Max Tischberger sagt dazu: „Die Schule ist ein Lernort, keine Institution, die das Recht haben sollte, unsere privaten Entscheidungen, die nichts mit dem Lernen zu tun haben, verbieten zu dürfen. Alle sollten sich in der Schule frei entfalten dürfen, egal wie lang oder kurz das T-Shirt oder die Hose ist. Wir haben sowieso wichtigere Probleme: Lehrermangel, zu wenig Geld für Schulen und Stillstand in der Digitalisierung. Außerdem gehe ich nicht davon aus, dass es zu bundeseinheitlichen Regelungen kommen wird“.

Der Stadtschülerrat Hanau hat zu Kleidungsregelungen aktuell keinen Beschluss. Nouha ElJazouli und Max Tischberger erklären nicht im Namen des Stadtschülerrates, sondern als Privatpersonen, die sich seit vielen Jahren in der Schülervertretung engagieren. Die beiden Stadtschulsprecher haben bereits einen Antrag formuliert, der bei der nächsten Stadtschülerratssitzung eingebracht werden soll.

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