Blühstreifen für Wildbienen und andere Insekten

(pm/ea) – Die GNA-Stiftung Mensch und Natur engagiert sich für den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt und übernimmt wieder eine Blühpatenschaft in den Erlenseer Weideswiesen.

Etwa 75 Prozent der unserer Nahrungspflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. In Deutschland sind das beispielsweise Raps, Obst und Beeren. Häufig wird vergessen, dass neben der allseits bekannten und geschätzten Honigbiene viele weitere Bienenarten existieren. Gemeint sind die stark gefährdeten Wildbienen.

Susanne Hufmann, Mitglied im Stiftungsvorstand: „Von ehemals 424 hessischen Wildbienen sind 43 Prozent bereits ausgestorben oder in ihrem Bestand bedroht. Immer mehr Arten finden sich auf der Roten Liste. Es fehlen Lebensräume, blühende Wiesen, naturnahe Gärten und Balkone, Nisthöhlen und Möglichkeiten zum Überwintern. Das Massensterben der Wildbiene ist im vollen Gange.“

Bienen gehören zur Insektenordnung der Hautflügler, die durch zwei häutige Flügelpaare charakterisiert ist. Im Gegensatz zur Honigbiene, die in Staaten lebt, bevorzugen Wildbienen meistens eine solitäre Lebensweise; das heißt, sie sind Einzelgänger. Nur Hummeln und einige andere leben in sozialen Verbänden. Während Honigbienen als „Haustier“ des Menschen ausschließlich in der Obhut eines Imkers überleben und daher weltweit noch sehr häufig vorkommen, ist der Großteil ihrer wild lebenden Verwandten extrem stark gefährdet.

Als besonders wildbienenfeindlich bezeichnet die Biologin die unaufhaltsame Zerstörung der Kulturlandschaft, den nicht enden wollenden „Flächenfraß“ durch immer mehr Straßen- und Siedlungsbau, eine zu intensive Land- und Forstwirtschaft, Pestizid- und Düngemitteleinsatz, den übertriebenen Wegebau in der freien Landschaft, das zu frühe, zu häufige und oft völlig unnötige Mulchen und Mähen von Blüh- und Brachestreifen – auch an Bächen, übermäßig aufgeräumte Ziergärten, befestigte Schotter- und Kiesgärten, zu viel Versiegelung und Bebauung in der Stadt sowie den Rückbau pflanzenreicher Gärten. Und auch die sich im Dauerbetrieb befindenden Rasenroboter in Privatgärten tragen zu einer Verarmung der Biodiversität bei.

Die Kooperation zwischen der GNA-Stiftung Mensch und Natur, dem Kreisbauernverband des Main-Kinzig-Kreises und der Landwirtin Anke Eyrich (Erlensee), die in jedem Frühjahr neue Blühflächen anlegt, besteht nun schon vier Jahre. Diesmal liegt der 450 m² große Blühstreifen an einem Ackerrand im Naturschutzgebiet Weideswiesen – Oberwald. Das Saatgut entspricht den Empfehlungen des Bauernverbandes. Unter den bis zu 15 Pflanzenarten befinden sich überwiegend Kulturarten wie Dill, Fenchel, Koriander, Inkarnatklee, Schwarzkümmel u.v.m. Zusätzlich erwartet werden seltene Ackerwildkräuter. In den letzten Jahren dominierten Ackermelde, Schwarzer Nachtschatten, Zurückgebogener Amarant, Echte Kamille, Knöterich, Mohn, Kornblume, Kanadischer Katzenschweif sowie verschiedene geruchlose Kamillen und einige Kleearten.

Die Blühstreifen werden auf Äckern angelegt, um die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern. Da die Flächen in den kommenden Jahren wieder als Anbaugebiet genutzt werden, muss die Auswahl der Pflanzen mit Bedacht getroffen werden. Im Sommer blühen Ringelblume und Sonnenblume, aber auch das „Büschelschön“ (Rainfarn-Phazelie). Diese zugegebenermaßen nicht heimische Pflanze ist einjährig, blüht von Juni bis Oktober und stellt eine bedeutende Nektar- und Pollenquelle dar. Aufgesucht wird sie von Hummeln, Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen.

In den kälteren Monaten ist die Blühfläche für daheim gebliebene Vögel eine wichtige Nahrungsquelle. Die vertrockneten Stängel von Sonnenblume, Distel und verschiedenen Doldenblütlern stehen den gesamten Winter auf der Fläche und bieten Insekten und ihren Larven Möglichkeiten zur Überwinterung. Außerdem sind Blühstreifen Rückzugsorte für Nager und Niederwild.

Um die Blühfläche im nächsten Jahr vergrößern zu können und weitere Blühstreifen anzulegen, bittet die GNA-Stiftung Mensch und Natur um Spenden auf das Stiftungskonto mit der IBAN: DE06 5066 3699 0001 0734 00 (BIC: GENODEF1RDB) bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Sowohl Spenden als auch Zustiftungen sind steuerlich absetzbar. Die Stiftung ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Mehr Informationen unter: www.gna-aue.de/gna-stiftung-mensch-und-natur/.

Archivfoto: Anke Eyrich

 

 

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