Data4 wird Eigentümer und Betreiber des 180-Megawatt- Großrechenzentrums in Hanau

(pm/ea) – Der Eigentümer und Betreiber des künftigen Großrechenzentrums auf dem Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne steht nunmehr fest. Mit Data4 wird einer der großen europäischen Rechenzentrumsbetreiber seine Server in der Brüder-Grimm-Stadt installieren.

Zugleich plane Data4, seine Deutschland-Zentrale in der Brüder-Grimm-Stadt einzurichten. Dies gab Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky gemeinsam mit dem Unternehmen sowie dem Projektentwickler P3 Logistik Parks bekannt. „Das ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung unserer Stadt“, so Claus Kaminsky „und leitet das Finale bei der Konversion der ehemaligen US-Militärgelände ein, die man mit Recht als Hanauer Erfolgsgeschichte bezeichnen kann. Auf der europäischen Rechenzentrums-Landkarte ist Hanau mit dem geplanten Campus dann einer der leistungsstärksten Standorte in Deutschland.“

Data4 ist ein großer europäischer Investor, Planer, Erbauer und Betreiber von zurzeit 29 Rechenzentren in Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Luxemburg. Data4 hat jetzt das rund 20 Hektar große gewerblich zu nutzende Gelände der ehemaligen Großauheim-Kaserne in Hanau erworben und plant dort die Errichtung eines großflächigen Rechenzentrums-Campus. Data4-Vorstandsvorsitzeder Olivier Micheli: „Die Entwicklung eines nachhaltigen und innovativen Rechenzentrums-Campus in Hanau wird sowohl für die lokale als auch die regionale Gemeinschaft von Vorteil sein. Wir bei Data4 sehen große Marktchancen in Deutschland, einer der führenden Nationen in Europa in Bezug auf digitale Infrastruktur, und haben hohe Ambitionen für den Campus in Hanau, der schließlich einer der größten Rechenzentrums-Campus in Deutschland und in Europa werden soll.“

Das Unternehmen wird die Anlage auch betreiben: „Mit Data4 hat P3 einen etablierten Rechenzentrumsbetreiber gefunden, der auch die Finanzierung, Planung, den Betrieb und Entwicklung übernimmt und fortführen wird und seine Rechenzentren selbst verantwortet“, so Semir Selcukoglu, Leiter Spezialprojekte bei P3. Durch die Übernahme profitiere das Projekt und auch die Stadt Hanau von der langjährigen Erfahrung des Unternehmens, das den Erfolg des Projektes sicherstellen soll. P3 werde die bereits laufenden Abriss- und Erschließungsarbeiten weiter begleiten und so die Projektkontinuität sicherstellen.

Die rund 500 000 Kubikmeter umfassende alte Gebäudesubstanz, vor allem die von der US-Armee ehemals genutzten Lagerhallen, müssen abgerissen werden. Dabei werden mehr als 75 Prozent recycelt und ein Großteil des nach Aufarbeitung gewonnenen Baumaterials direkt wieder auf dem Gelände für Gründungsarbeiten verwendet, so P3. Außerdem wurden im Vorfeld verschiedene Maßnahmen zum Artenschutz realisiert. So wurde ein Eidechsen-Habitat geschaffen und die Tiere dahin umgesiedelt. Als Ersatz für die Gebäude wurde zudem ein Nistturm für Mauersegler sowie Nestbrut- und Fledermauskästen errichtet. Damit erfülle man auch bereits bei der Bauvorbereitung die Forderungen der Stadt, das Projekt nachhaltig und umweltfreundlich zu realisieren und auch zu betreiben. Hierzu hat die Stadt eine Nachhaltigkeitsvereinbarung getroffen, die unter anderem den Betrieb des Rechenzentrums mit 100 Prozent mit Ökostrom vorsieht. Einen Beitrag dazu soll eine etwa zehn Hektar große Photovoltaikanlage leisten, die in direkter Nachbarschaft errichtet wird.

Eine Beeinträchtigung der Stromversorgung der Stadt werde es nicht geben, so OB Kaminsky, da die Hauptmengen aus dem europäischen Verbundnetz kommen werden. Immerhin wird der Stromverbrauch für das Rechenzentrum auf 180 Megawatt geschätzt. Zur Unterstützung der benötigten Infrastruktur werden von der Stadtwerke Hanau GmbH und deren Tochterunternehmen Hanau Netz GmbH auch ein Blockheizkraftwerk und ein Umspannwerk errichtet.

Bezüglich der Nutzung der Abwärme sei man bereits in Gesprächen mit den beteiligten Unternehmen, erklärten dazu Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau und Adrian Szabo, Geschäftsführer der Hanau Netz GmbH. Data4 verfolge den Plan, Abwärme für die Hanauer Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen. Die zwischen P3 und der Stadt getroffene Nachhaltigkeitsvereinbarung sei von Data4 voll übernommen worden, bestätigten Olivier Micheli, Vorstandsvorsitzender der Data4 Group und Entwicklungschef Greg McCulloch. Man freue sich auf Hanau, so Micheli, der sich für eine äußerst konstruktive und offene Zusammenarbeit mit P3 und der Stadt bedankte.

Die Errichtung des Rechenzentrums sei ein wichtiger Baustein in der zukunftsgerichteten Wirtschaftsstrategie der Brüder-Grimm-Stadt mit dem Ziel, mittelfristig die Gewerbesteuereinnahmen unabhängiger vom Export zu machen, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Ein weiterer Aspekt unserer Ansiedlungsstrategie für Rechenzentren ist es, Flächen, die ansonsten wirtschaftlich nur schwer nachzunutzen wären, einer für unsere Stadt positiven Nutzung zuzuführen, führt das Stadtoberhaupt weiter aus.

Bezogen auf die Großauheim-Kaserne habe dies bedeutet, mit Rücksicht auf die Anwohner in Großauheim-Wolfgang Verlockungen von Logistik-Unternehmen zu widerstehen. Die Erkenntnis „lieber 50 Millionen E-Mails als 5000 Laster“ bringe dies gut auf den Punkt, so der OB, der einen besonderen Dank an die städtische Wirtschaftsförderung unter Leitung von Erika Schulte sowie die städtischen Kollegen aus der Stadtplanung, der Unteren Naturschutzbehörde und der Bauaufsicht aussprach.

Als Stadtkämmerer freue er sich natürlich über die jetzt getroffenen Vereinbarungen, so der Oberbürgermeister. Die Stadt profitiere durch den Bau und Betrieb des Rechenzentrums unter anderem von Grundsteuer- und Gewerbesteuereinnahmen. Hinzu kämen die Einkommensteueranteile aus den neuen Arbeitsplätzen.

Die Abrissarbeiten und Bauvorbereitungen auf dem Gelände laufen bereits, mit der Inbetriebnahme des ersten Moduls wird 2024, spätestens 2025 gerechnet. Die vollständige Entwicklung soll bis 2032 abgeschlossen sein.

„Alle Beteiligten haben hier ein hervorragendes Ergebnis erzielt, das ein Meilenstein auf dem Weg in eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung unserer Stadt ist“, sagt Kaminsky, „und ein Zeichen der Zuversicht in nicht einfachen Zeiten“. Dies sei ein weiterer Beleg für den Satz „Hanau kann Zukunft“, so das Fazit von Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

 

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