Dezember deutlich zu warm

(ms/ea) – Der Dezember zeigte sich an der Wetterstation Erlensee deutlich zu warm, wozu besonders die letzte Woche beitrug.

Gegenüber dem Jahresmittel 1991-2020 betrug der Wärmeüberschuss 1,6 °C, gegenüber dem kälteren Mittel 1961-90 sogar 2,9 °C. Die letzte Monatswoche hat zu dem Überschuss erheblich beigetragen, hier ist auch am 30. mit 16,1 °C die höchste Temperatur des Monats zu verzeichnen.

Frost gab es an lediglich 7 Tagen, wobei am 22. mit -6,7 °C die tiefste Temperatur gemessen wurde.

Mit 53 l/m² wurde das Niederschlagssoll des neuen Klimamittels zu 85 % erfüllt. Gegenüber dem Mittel 1961-90 wäre die Bilanz in etwa ausgeglichen, was zeigt, dass in den letzten 30 Jahren der Dezember im Durchschnitt nasser wurde.

Am 4. konnte mit 1 cm die einzige Schneedecke des Monats verzeichnet werden. Schneefall wurde an 4 Tagen beobachtet.

Die maximale Windböe wurde mit 42 km/h am 1. verzeichnet. Im Durchschnitt wehte der Wind aus südwestlichen Richtungen.

Im Deutschland-Überblick berichtet der DWD von einem sehr milden Jahresausklang

Stürmisch startete der Weihnachtsmonat vor allem im Norden des Landes. Anschließend verwandelten zum Teil kräftige Schneefälle den Süden und den Osten des Landes in eine Winterlandschaft. In der zweiten Monatsdekade blieb es im Einflussbereich wolkenreicher und relativ milder Luftmassen oftmals trüb, doch zeigte sich dann die Sonne paradoxer Weise an den kürzesten Tagen des Jahres besonders oft. Der Weihnachtsmann bescherte der Republik eine markante Grenzwetterlage. Dauerfrost im Norden stand dabei mildere Luft im Süden gegenüber. Bis zum Jahresende aber entschied die milde Luft die Begegnung für sich. Der letzte Monat des Jahres war damit zu warm, etwas zu trocken und ausgewogen sonnig.

Große Temperaturgegensätze an Weihnachten und frühlingshaftes Jahresfinale

Die Durchschnittstemperatur lag im Dezember 2021 mit 2,6 Grad Celsius (°C) um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 0,8 Grad. Die tiefste Temperatur wurde dabei am 22. in Oberstdorf, mit -19,2 °C gemessen. An Weihnachten duellierten sich zwei markante Luftmassen über Deutschland. Während an den Feiertagen im Nordosten tagsüber -5 °C gemessen wurde, gab es am Oberrhein schon fast frühlingshafte 12 °C. Letztendlich setzte sich aber nach und nach die mildere Luftmasse durch, in der die Temperaturen am 30. im Südwesten sogar auf über 15 °C stiegen. Es waren die höchsten Werte des Monats.

Zeit- und gebietsweise Schneefall und gefrierender Regen, nasser Jahresausklang

Im Dezember fielen rund 60 Liter pro Quadratmeter (l/m²) und damit knapp 15 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (70 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus ebenfalls bei fast 15 Prozent. Mit gebietsweisem Schneefall und Glatteisregen schlug der Weihnachtsmonat zunächst einen frühwinterlichen Kurs ein. Um den 11. herum meldeten die Wetterstationen zwischen Lausitz und Ostsee sogar eine geschlossene Schneedecke. Aus den Alpen, wie im Allgäu, wurden über 50 cm Schnee gemeldet. Im weiteren Verlauf zog sich der Schnee aber ins höhere Bergland zurück, bevor er sich an den Feiertagen noch einmal stellenweise in der Mitte und im Norden zeigte. Den höchsten Tagesniederschlag meldete Baiersbronn-Mitteltal im Schwarzwald am 28. mit 58,9 l/m². Im Schwarzwald wurden mit über 200 l/m² auch die höchsten Monatssummen beobachtet. In Teilen der Mitte blieb es dagegen mit 20 l/m² deutlich zu trocken.

Wintersonnenwende mit viel Sonnenschein und sonnige Weihnachten im Norden

Mit rund 40 Stunden erreichte die Sonnenscheindauer in etwa ihr Dezember-Soll von 38 Stunden (Periode 1961 bis 1990). Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die negative Abweichung etwa 15 Prozent. Die sonnigsten Tage gab es um die Wintersonnenwende (21.), sowie im Norden an den Weihnachtsfeiertagen. Die höchsten Monatssummen wurden aber mit teils über 60 Stunden an den Alpen gemessen. Trüb dagegen blieb es mit weniger als 20 Stunden in den östlichen Mittelgebirgen.

Rückblick für Hessen:
(In Klammern stehen die vieljährigen Mittelwerte der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Der Vergleich aktueller mit diesen vieljährigen Werten ermöglicht eine Einschätzung des längerfristigen Klimawandels)

In Hessen erfassten die DWD-Stationen 3,1 °C (0,8 °C) und trockene 45 l/m² (77 l/m²). Dazu traten überwiegend wolkenverhangene Tage auf. Beständigen Sonnenschein brachte die Wintersonnenwende. Insgesamt gab es im Dezember gut 35 Sonnenstunden (32 Stunden).

Bericht und Grafiken: Markus Sommerfeld

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