60 neue Infektionen – Weitere Corona-Warnstufe erreicht: Kreis kündigt zusätzliche Beschränkungen an

(pm/ea) – Die aktuelle Entwicklung im Main-Kinzig-Kreis macht weitere Einschränkungen zum Schutz vor dem SarsCoV-2-Virus erforderlich, wie die Kreispressestelle am Donnerstagabend informiert.

Denn nach wie vor steigen die Fallzahlen und damit verbunden der Inzidenzwert für den Main-Kinzig-Kreis, der damit eine weitere Coronawarnstufe des Landes Hessen erreicht: Nach 60 neuen laborbestätigten Coronavirus-Fällen am Donnerstag hat der Sieben-Tage-Wert am Nachmittag die 75 erreicht. Das Eskalationskonzept des Landes Hessen sieht bei Erreichen der Stufe 5 (75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Main-Kinzig-Kreis innerhalb von sieben Tagen) verpflichtend vor, dass sich im öffentlichen Raum nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen treffen dürfen.

„Wir werden diese Vorgaben des Landes Hessen jetzt konkretisieren und zum Wochenende so auch umsetzen. Zudem werden wir über weitere Maßnahmen beraten“, kündigen Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler an. „Das Infektionsgeschehen heute, ist das Verhalten von uns allen der letzten Tage und Wochen. Es ist wichtig, dass wir jetzt alle zusammen uns klarmachen, wo unser Ziel ist. Wenn wir es schaffen wollen, dass unsere Krankenhäuser nicht überlastet werden und weiterhin alle kranken und verletzten Menschen behandeln können, dann müssen wir unsere Anstrengungen verstärken. Aber auch für die Ärztinnen und Ärzte und unser Gesundheitsamt muss die Lage beherrschbar sein. Das bedeutet, wir alle haben es jetzt in der Hand, unsere Kontakte deutlich zu reduzieren und tragen auf diese Weise aktiv dazu bei, Infektionsketten zu unterbrechen“, führen beide aus.

Aus der Analyse des Gesundheitsamts zu den Ansteckungswegen sei erkennbar, dass private Feierlichkeiten, Zusammenkünfte und Treffen noch immer eine entscheidende Rolle spielen. „Deswegen werden wir auch genau dort zusätzliche Kontaktbeschränkungen aussprechen und empfehlen unseren Bürgerinnen und Bürgern, dies freiwillig auch im privaten Bereich der eigenen Wohnung zu tun. Im öffentlichen Raum sollen sich zum Wochenende hin nur noch maximal fünf Personen treffen können, die aus zwei Hausständen stammen dürfen“, erläutern Thorsten Stolz und Susanne Simmler. Das betrifft auch Treffen beispielsweise auf Spielplätzen und in Parks, aber auch das gemeinsame Essen in Restaurants.

„Wir greifen massiv in unser aller Freiheit ein, aber mit Blick auf unsere Ziele muss die Maßgabe klar sein: Reduzieren wir unsere Kontakte, um weiterhin auch Schulen, Kindergärten und Unternehmen offen halten zu können. Halten wir uns gemeinsam an die Hygiene- und Abstandsregeln. Nicht nur, weil etwas noch erlaubt ist, ist es derzeit angezeigt, es auf Biegen und Brechen auch zu tun. Wir entscheiden heute für uns alle ein stückweit, wie wir Weihnachten feiern wollen“, verdeutlicht Susanne Simmler.

Öffentliche Veranstaltungen im Bereich Kultur und Sport sollen, wie dies seit Montag (19.10.) gilt, nach wie vor mit 100 Personen unter freiem Himmel und 50 Personen im geschlossenen Raum möglich sein. „Für derlei Veranstaltungen müssen Hygienekonzepte vorliegen und umgesetzt werden. So konnten bisher Infektionen weitestgehend verhindert werden. Deshalb sollen diese Veranstaltungen nicht weiter beschränkt werden“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. Jedoch werden künftig öffentliche Veranstaltungen intensiver überprüft, was dazu führen kann, dass gegebenenfalls auch Sanktionen verhängt werden.

„Das Infektionsgeschehen steigt weiterhin steil an. Das muss uns allen Sorge machen. Hinzu kommt, dass die Ansteckungswege mittlerweile diffus sind, das bedeutet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts immer häufiger mit den betroffenen Menschen nicht ermitteln können, wie die Übertragung überhaupt stattgefunden hat. Die Folge: Infektionsketten lassen sich nicht unterbrechen. All das kostet enorm viel Zeit und Zeit ist bei der Eindämmung der Pandemie kostbar“, erklärt Susanne Simmler und fügt hinzu: „Wir haben deshalb jetzt weitere Kräfte innerhalb der Kreisverwaltung mobilisiert, die dabei helfen, die enorme Anzahl positiver Testergebnisse zu bearbeiten, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Die Kolleginnen und Kollegen sind von morgens bis spät am Abend am Arbeiten und trotzdem kann es zu Verzögerungen kommen. Wir haben aber auch andere Wege der Klärung von Fragen geschaffen.“

Landrat Thorsten Stolz und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler richten deshalb einen dringenden Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Wir versuchen, durch zum Teil schmerzhafte Einschränkungen und Regeln die Infektionszahlen wieder zu senken, um das öffentliche Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Jedoch benötigen wir dafür auch die Einsicht, das Verständnis und die Mithilfe der Menschen im Main-Kinzig-Kreis. Ohne sie geht es nicht. Deshalb auch unsere dringende Bitte und Empfehlung, die Regelungen, die für den öffentlichen Bereich gelten, freiwillig auch in den privaten Bereich zu übertragen.“

Der Main-Kinzig-Kreis hat zusätzlich seine Allgemeinverfügung vom 6. Juli zum Thema Reiserückkehrer aus Risikogebieten erneut verlängert und zwar bis zum 8. November.

Seit Beginn der Pandemie haben sich im Main-Kinzig-Kreis insgesamt 1962 Menschen nachweislich mit dem SarsCoV-2-Virus infiziert. Die Zahl der „aktiven“ Fälle liegt bei 604. Die akute Infektion mit dem Virus überstanden haben 1303 Menschen. Aktuell werden 18 Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis stationär behandelt. 55 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die von den Neuinfektionen betroffenen Menschen wohnen in Hanau (18), Maintal (9), Linsengericht (6), Wächtersbach (4), Nidderau (4), Gelnhauen (3), Freigericht (3), Bad Soden-Salmünster (3), Erlensee (2), Steinau, Hasselroth, Bruchköbel, Großkrotzenburg, Schöneck, Langenselbold, Gründau und Sinntal. Von den Neuinfektionen betroffen sind mittlerweile auch die Kindertagesstätte Am Limes in Großkrotzenburg sowie die Karl-Rehbein-Schule und die Otto-Hahn-Schule (beide Hanau).

Mehr Informationen zum Thema Coronavirus finden Interessierte auf der Homepage des Main-Kinzig-Kreises unter www.mkk.de „CoroNetz“.

 

Anzeige