Vogelschutz vom Hubschrauber aus

(ms/ea) – Den Tiefflug und die Landung eines Hubschraubers am Montag im Bereich des Kaiserfelds beobachteten Erlensee Aktuell-Leser und wollten wissen, was es damit auf sich hatte. Erlensee Aktuell hat nachgefragt.

Einen im Tiefflug hin- und her fliegenden Hubschrauber, der sogar auf der Wiese vor dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins Rückingen im Kaiserfeld landete, meldeten Erlensee Aktuell-Leser am Montagvormittag.

Nachfragen bei der Landes- und Bundespolizei sowie bei der Rettungsleitstelle blieben ergebnislos. Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung konnte zwar zu dem unter Sichtflugbedingungen durchgeführten Hubschrauberflug ebenfalls nichts Näheres mitteilen, schlug jedoch vor, beim Regierungspräsidium Darmstadt nachzufragen, da von dort aus Außenlandungen genehmigt werden müssen.

Von dort kam dann die Aufklärung: es handelte sich um einen Kontrollflug der Fa. Rotorflug, die Hochspannungsleitungen auf Schäden überprüft und auch Vogelschutzeinheiten an den Erdseilen vom Hubschrauber aus einbaut.

Wie genau solche Vogelschutzmaßnahmen aussehen, hat ein Sprecher der Firma Rotorflug in Friedrichsdorf gegenüber Erlensee Aktuell erläutert:

In bestimmten Gebieten verenden überdurchschnittlich viele Zugvögel an den Erdungsseilen von Hochspannungsleitungen. Gemeinsam mit Naturschutzverbänden und den Betreibern der Leitungen wurde 2005 damit begonnen, besonders unfallträchtige Bereiche zu entschärfen.

Die unteren der an Hochspannungsmasten hängenden stromführenden Seile sind gebündelt und somit dicker als das obere, die Spitzen der Masten verbindenden Erdseile. Anfliegende Vögel überfliegen die dickeren Kabel und nehmen das obere Erdseil nicht als Hindernis wahr, was zur Folge hat, dass sie sich verletzen und zu Tode kommen.

Um dies zu verhindern, werden vom Hubschrauber aus schwarz/weiß mattierte vertikal herunterhängende Kunststofflamellen – auch “Vogelschutz-Marker” genannt – im Abstand von jeweils 25 Metern am Erdseil angebracht und dadurch die Sichtbarkeit der Leitung für Zugvögel erhöht.

Untersuchungen haben ergeben, dass durch diese Maßnahme die Anzahl der verendeten Tiere im jeweiligen Bereich um durchschnittlich 90 % abgenommen hat.

Weitere Informationen dazu unter https://www.rotorflug.com/de/leistungen/arbeitsfluege/vogelschutz/

Auf dem Foto: Vom Hubschrauber aus werden Vogelschutz-Marker angebracht

Bericht: Markus Sommerfeld

Foto: Rotorflug GmbH

 

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