Stadt Hanau meldet zweites Corona-Todesopfer – 70 Klinik-Mitarbeiter vorsorglich in Quarantäne – Ärztlicher Bereitschaftsdienst zieht um

(pm/ea) – In der Nacht zum Mittwoch ist im Klinikum Hanau ein 82-Jähriger Mann an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung gestorben. Er ist das zweite Corona-Todesopfer in Hanau. Oberbürgermeister Claus Kaminsky: „Mein Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahegestanden haben.“ Der Verstorbene war, wie zwei weitere Patienten, bereits vor einer Woche im Klinikum wegen einer anderen Erkrankung aufgenommen worden.

Da während ihrer Aufenthalte Corona-Infektionen nachgewiesen wurden, hat das Klinikum Hanau in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt vorsorglich 70 Klinik-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ärztinnen und Ärzte, Pflege-Personal und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus weiteren patientennahen Berufsgruppen, in häusliche Quarantäne geschickt. Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke: „Die drei Patienten hatten bei ihrer stationären Aufnahme keinen Kontakt zu einem Corona-Fall und waren auch nicht in einem bis dahin benannten Risiko-Gebiet.“

„Alle Patientinnen und Patienten werden bei Aufnahme streng nach den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes (RKI) befragt und untersucht. Seit dem Wochenende wenden wir verschärfte Regeln an, die sogar noch über den RKI-Empfehlungen liegen“, so Bölke. Seit Samstag werden grundsätzlich alle Patienten mit Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber isoliert. Ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, so erfolgt dieser auf der COVID-19-Aufnahme-Station in einem Einzelzimmer.

Zurzeit befinden sich 24 Patientinnen und Patienten im Klinikum, darunter neun auf der Intensivstation. Bölke: „Leider waren diese drei Infektionen nicht mehr aufzuhalten, weil die Patienten schon eine Woche wegen anderer Erkrankungen im Haus waren und sich die Hinweise erst nach Entwicklung der Symptome einstellten. Unsere Schritte wurden und werden von uns in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt sowie nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts umgesetzt.“

Als wichtiges und kritisches Thema wird bundesweit nicht nur von Fachleuten die Schutzausrüstung diskutiert. Klinik-Geschäftsführer Bölke: „Unser Personal arbeitet in den kritischen Bereichen mit der nach RKI-Vorgaben erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung. In allen anderen Bereichen tragen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz zur Sicherheit. Die tatkräftige Unterstützung der Stadt Hanau hilft uns dabei – vor allem auch die Appelle von Oberbürgermeister Kaminsky, dass die Bürger sich schützen sollen und keine professionellen Schutzmasken kaufen sollen, da diese für unser Personal im Gesundheits- und Pflegebereich sowie für Menschen mit Vorerkrankungen gebraucht werden.“ OB Kaminsky weist nochmals auf seine Bitte hin, dass alle Hanauerinnen und Hanauer Masken tragen sollen, die sie am besten aber selbst herstellen. Um bestehende Maßnahmen, die Ausbreitung zu vermindern, zu ergänzen, so Kaminsky: „Halten Sie auch bitte weiterhin die Abstandsregeln und weitere Hygienemaßnahmen ein, wie etwa Händewaschen.“

Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke betont: „Das Klinikum Hanau ist, Stand jetzt, voll einsatzfähig und für die Behandlung von Patienten gut vorbereitet. Richtig ist auch, dass wir bereits jetzt im Vergleich zu anderen Krankenhäusern in Hessen besonders viele Corona-Fälle aufnehmen mussten. Wir bewerten die Situation mehrfach täglich neu.“

Zur Entspannung der Lage am und im Klinikum Hanau trägt bei, dass am morgigen Donnerstag der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) vorübergehend ins fußläufig erreichbare Jugendbildungszentrum Hans-Böckler (Sandeldamm 19), besser als Hans-Böckler-Haus bekannt, zieht. Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke: „In der aktuellen Situation ist der temporäre Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes dringend notwendig, um zum Schutz aller das Patientenaufkommen in unserem Schleusenzelt und auf dem Klinikgelände weiter zu minimieren. Mein Dank geht an alle, die zu dieser schnellen Umsetzung beigetragen haben. Sobald sich die Lage normalisiert, steht einer Rückkehr des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes nichts im Wege. Wir haben in unserem Haus mit der vorgelagerten räumlichen Position vor der Zentralen Notaufnahme die idealen Strukturen für das Team geschaffen.“

Die Patientinnen und Patienten können sich auf einen regulären Betrieb des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes und eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum einstellen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist telefonisch unter 116 117 erreichbar. Er ist neben den niedergelassenen Ärzten und dem Gesundheitsamt die Anlaufstelle für alle, die Symptome verspüren und den Umgang damit abklären wollen. Geöffnet ist der Ärztlicher Bereitschaftsdienst am Sandeldamm 19 ab Donnerstag (19 Uhr) montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 2 Uhr, mittwochs und freitags von 14 bis 2 Uhr sowie am Wochenende von Samstag 7 Uhr bis Montag 7 Uhr. Für Hanauerinnen und Hanauer, die glauben, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, gilt weiterhin, dass sie zunächst beim Bürgertelefon des Kreis-Gesundheitsamtes (06051- 8510000) oder der Hotline des Landes Hessen (0800-5554666) oder beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Neue, vorübergehende Adresse ab Donnerstag, 2. April 2020, 19:00 Uhr: Jugendbildungs- und Kulturzentrum Hans Böckler Sandeldamm 19 in 63450 Hanau- Öffnungszeiten: Mo, Di, Do von 19:00 – 02:00 Uhr Mi + Fr 14:00 – 02:00 Uhr Sa von 07:00 Uhr durchgehend bis Mo 07:00 Uhr Start der Sprechstunde: Donnerstag, 02. April, ab 19:00 Uhr

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