Leserbrief zum Thema „Gewerbesteuern“

Carsten Hildebrandt äußert sich in einem Leserbrief zu den Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Erlensee.

Mit Interesse lese ich die Umwandlung von einer ländlichen Stadt in ein riesiges Logistik-Areal. Was ich in der ganzen Berichterstattung vermisse sind reell Fakten und Zahlen. Nach einer Analyse, die mir vorliegt, würde ein Logistikzentrum von 25 Hektar (wie das von LIDL geplante) im Jahr ca. 200000 – 300000 Euro an Gewerbesteuern entrichten. Im Vergleich, wenn eine Stadt/Gemeinde das Areal parzelliert und an viele kleine Firmen verkaufen würde, könnten die Gewerbeeinnahmen bei ca. 1,5 bis 2,5 Millionen liegen.

Wenn man überlegt, das wir Firmen haben wie Dachser, Heinemann, Honda, DS Smith usw. nur knapp 4 Millionen an Gewerbesteuern einbringen, sollte man sich mal Gedanken machen. Es gibt Gemeinden, die nur ein Viertel an Fläche nutzen und gleich viel, wenn nicht noch mehr an Steuern einnehmen.

Analog zu diesem Thema verhält sich das mit dem der Großmetzgerei, die auf dem Fliegerhorst geplant ist. Die Einnahmen der Gewerbesteuer fließen auch nach Bruchköbel. Erlensee hat für diese Projekt aber allein den Verkehr, Lärm und Feinstaub von den ca. 2000 Mitarbeitern und den ca. 150 Lkws, die 24 Stunden, 7 Tage in der Woche durch Erlensee fahren. Im Jahr 2017 hat die Wilhelm Brandenburg Vertriebs-GmbH weniger als 10.000 Euro Gewerbeertragsteuer (laut Bundesanzeiger) bezahlt, bei einem Umsatz von ca. 8,8 Millionen Euro.

Hinzu kommt, dass Metzgereien in dieser Größe viel Wasser benötigen und ggf. auf Brunnen in 50 bis 100 Meter angewiesen sind. Im Falle, dass ein solcher Brunnen gebohrt werden sollte, wird es im Umkreis des Areals zu einer starken Suffosion kommen und die Gebäude könnten absacken, die Bäume wegen des geänderten Wasserspiegels austrocknen. Im schlimmsten Falle könnte der Bärensee, der vom Grundwasser gespeist wird, auch kleiner werden.

Am 16. April 2019 wurde in einem Bericht informiert, dass die Stadt Erlensee eine europaweite Ausschreibung für die Blitzer erfolgen will. Nach über 5 Monaten ist noch keine Ausschreibung von der Stadt Erlensee diesbezüglich getätigt worden.

Carsten Hildebrandt
Erlensee

Leserbriefe können an redaktion@erlensee-aktuell.de zur Veröffentlichung gesendet werden. Sie geben allein die Meinung der Verfasser wieder, die ebenfalls darüber entscheiden, ob diese auch auf der Facebookseite von Erlensee Aktuell veröffentlicht werden sollen. Anonyme Zusendungen sind von einer Veröffentlichung ausgeschlossen.

 

Neues von unseren Partnern! Anzeige