Videoschutzanlage in Hanauer Innenstadt sorgt für Rückgang der Straftaten

(pm/ea) – „Durch die Einrichtung der Videoschutzanlage ist die Innenstadt von Hanau noch sicherer geworden“, so bewerteten Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Polizeipräsident Roland Ullmann die Wirkung des seit nunmehr einem Jahr in Betrieb befindlichen Systems.

Am 4. Juli 2018 gab Innenminister Peter Beuth den Startschuss zur Nutzung der Videoschutzanlage mit insgesamt 28 Kameras am Freiheitsplatz und am Marktplatz.

Hatte die Polizei binnen Jahresfrist vor der Inbetriebnahme der Videoschutzanlage in diesen Bereichen noch 96 Delikte registriert, so waren es innerhalb eines Jahres nach der Aufschaltung der Anlage mit 84 Straftaten bereits 12 weniger; dies bedeutet einen Rückgang um 12,5 Prozent.
Während die Straftaten am Freiheitsplatz von 69 auf 64 sanken (ein Minus von 7,3 Prozent), nahmen die registrierten Delikte am Marktplatz sogar um 25,9 Prozent ab (von 27 auf 20 Straftaten). Insbesondere Körperverletzungsdelikte nahmen ab – gegenüber ehemals 33 Delikten wurden im Jahr nach der Inbetriebnahme der Videoschutzanlage 26 Körperverletzungen registriert – ein Minus von über 21 Prozent.

„Diese Zahlen sind für sich allein schon erfreulich“, so Polizeipräsident Ullmann. „Aber ebenso erfreulich ist der Umstand, dass wir mit Hilfe der Videoschutzanlage einige Straftaten aufklären konnten.“

Allein im Jahr 2019 ergaben sich durch die Auswertung der Aufzeichnungen in sechs Fällen Hinweise, die letztlich zur Ermittlung mindestens eines Tatverdächtigen führten. So konnte beispielsweise im März ein Mann identifiziert werden, der in einem Kiosk gestohlen und bei seiner Flucht Personen verletzt haben soll. Im Mai konnten nach einer Unfallflucht die Kennzeichen des verursachenden Fahrzeugs abgelesen und weitere Ermittlungen über den Halter geführt werden. Wichtige Hinweise ergaben sich durch die Aufzeichnungen nach einem Einbruch, für den eine bundesweit agierende Bande in Betracht kommt.

Ebenfalls im Mai ging ein Mann auf zwei Mädchen zu, sprach diese in vulgärer Art an und onanierte in deren Anwesenheit – die Tat wurde von den Kameras erfasst und aufgezeichnet. Hierdurch konnte der Täter, ein 29-Jähriger, identifiziert und im Juni festgenommen werden. Inzwischen ist er bereits verurteilt.

„Diese Straftaten konnten durch die Videoschutzanlage zwar nicht verhindert werden, aber deren Aufklärung wurde durch die Aufzeichnungen erleichtert oder überhaupt erst möglich. Und gerade anhand des letzten Falles zeigt sich ein weiterer Vorteil der Anlage: Die Prozessbeteiligten schauten sich zu Beginn der Verhandlung eine DVD an, die die Aufzeichnung der Videoschutzanlage wiedergab – hieraus ging der Sachverhalt so eindeutig hervor, dass man den beiden Opfern, Mädchen im Alter von 11 und 12 Jahren, eine Befragung vor Gericht ersparen konnte“, erklärte der Chef der Polizei für den Main-Kinzig-Kreis, Leitender Polizeidirektor Jürgen Fehler.

„Auch wenn durch die installierten Kameras nicht alle Straftaten zu verhindern sind, so führen deren Aufzeichnungen doch in vielen Fällen zu repressiven Erfolgen, die über kurz oder lang auch präventive Wirkung entwickeln. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass die Videoschutzanlage ein wichtiger Baustein für die Sicherheitsarchitektur der Hanauer Innenstadt ist und bleibt.“

„Für uns ist die Videoanlage ein großer Erfolg und sie genießt eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“, bestätigen auch OB Kaminsky und Stadtrat Thomas Morlock, der als Dezernent für das Ordnungsamt zuständig zeichnet. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen habe sich insbesondere in den Abendstunden verbessert. So die Rückmeldung aus der Bevölkerung.

„Die Anlage überzeugt auch in technischer Hinsicht und ist eine Referenz für andere Kommunen. Selbst die Landeskriminalämter anderer Bundesländer haben sich schon in Hanau über die hier verwendete Technik informiert“, berichtet Ordnungsamtsleiter Thorsten Wünschmann. Die Polizeiakademie Hessen besuche im Rahmen eines Lehrgangs ebenfalls regelmäßig Hanau, um die Lehrgangsteilnehmer über die Möglichkeiten einer modernen Videoschutzanlage zu informieren.

„Das gemeinsame Projekt zwischen Stadt und Land hat auch zu einer weiteren Verzahnung der Arbeit zwischen Landes- und Stadtpolizei geführt“, weiß Stadtrat Morlock zu berichten. „Die Videoschutzanlage in der Hanauer Innenstadt hat sich bereits bewährt und ist ein taugliches Instrument zur Kriminalitätsbekämpfung und ein wichtiges Element zur Steigerung der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, zogen die Vertreter der Stadt Hanau sowie der Polizei ein positives Resümee.

Auf dem Foto (v.l.): Mark Blume, Erster Polizeihauptkommissar, Leiter der Führungsgruppe Main-Kinzig, Leitender Polizeidirektor Jürgen Fehler, Polizeidirektion Main-Kinzig, Polizeipräsident Roland Ullmann, Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtrat Thomas Morlock

Foto: PM

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