No Limit Fight Academy veranstaltet hochkarätig besetztes Kampfsport-Event in der Erlenhalle – Ulf Steinbacher berichtet

(us/ea) – Von der Kampfsportgala „Ring Rage Tournament“ am vergangenen Samstag in der proppenvollen Erlenhalle und dem Veranstalter „No Limit Fight Academy“ berichtet Ulf Steinbacher.

Noch immer ist die weitverbreitete Meinung zum Thema Kampfport eine eher negativ behaftete: „Das machen nur Ausländer, Verbrecher und brutale Schlägertypen.“ Zugegeben, gerade Kampfsportarten, wie u.a. MMA (Mixed Martial Arts – gemischte Kampfkünste) und K1, welche eine Kombination von Techniken aus dem Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo, Kickboxen, Savate und vielen anderen Kampfsportarten darstellen, werden derzeit stark von Kämpfern mit Migrationshintergrund dominiert.

Was aber nicht zwangsläufig auf deren Herkunft zurückzuführen ist und schon gar nicht so bleiben muss. Der Gedanke daran, dass sich hinter all diesen harten Kämpfern ganz normale Mädels und Jungs verbergen und deren gemeinsames Training vielleicht auch für einen pädagogischen Mehrwert stehen könnte, ist den meisten Menschen wohl erst einmal mehr als suspekt. Das aber genau das tagtäglich der Fall ist, beweist die seit nunmehr 10 Jahren in Erlensee bestehende „No Limit Fight Academy“ (NLFA), mit der die beiden Inhaber und Trainer Anyelo Ruth und Orhan C. bereits die ein oder andere vermeintlich gescheiterte Existenz von der Straße geholt haben, um mit Ihnen gemeinsam an Werten wie Pünktlichkeit, Familie, Zusammenhalt und Pflichtbewusstsein zu arbeiten.

„Die Jugendlichen z.B., die seinerzeit als vergessene Jugendliche unsere Kleinstadt unsicher machten, wurden teilweise durch uns und unseren Sport quasi resozialisiert und wieder in die Gesellschaft integriert“, so Ruth voller Stolz.

Dass Sport verbindet, ist kein Phänomen, dass man nur auf des deutschen liebste Sportart, den Fußball beschränken sollte, nein, gerade in der Welt des Kampfsports gilt, dass durch ein enorm hohes Maß an benötigter Disziplin und dem Grundsatz, dass man jedem Gegner – egal ob beim Training, Sparring oder bei einem offiziellem Kampf – mit hohem Respekt gegenüber tritt, die Wertschätzung als angenehmer Nebeneffekt von ganz alleine erlernt wird.

So erzählen die beiden Trainer begeistert, dass Sie in den letzten Jahren durch Ihre ehrenamtliche Tätigkeit u.a. bereits 4 Polizisten aus Ihren Reihen heranziehen durften, deren berufliche Weichen vor Ihrem ersten Schritt ins Erlenseeer Gym wohl eher genau auf eine gegenteilige Karriere zu weisen schienen. Die „NLFA“ hat es in den letzten Jahren geschafft, aus ganz normalen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund aber  auch aus ein paar Strassenkids, die zeitweise nichts besseres zu tun hatten, als pöbelnd und randalierend durch Erlensees Straßen zu ziehen, Deutsche Meister, Europameister und sogar Weltmeister zu formen.

Spitzenkämpfer wie z.B. Ibrahim Abdul-Malak (21), der es innerhalb von nur 5 Jahren zu sage und schreibe 8 Titeln schaffte, sind das Aushängeschild für das über die Stadtgrenzen weit bekannte Gym geworden. Der Kämpfer mit libanesischen Wurzeln begann erst mit 16 Jahren mit dem Kampfsport und durfte sich innerhalb kürzester Zeit stolzer Inhaber von Titeln wie Europameister der AFSO, Deutscher Meister der AFSO, Deutscher Meister der WFMC, Weltmeister der WFMC, Internationaler Titel der AFSO und 3 Turniergürteln nennen. Diesen Erfolg verdankt er nicht zuletzt der Arbeit im Erlenseer Gym wo u.a. auch sein Bruder Abdullah (16) trainiert, der selbst bereits Weltmeister der WFMC ist und jüngst knapp am Europameister der AFSO vorbeischlidderte. Beim Kampf um diesen Titel unterlag der jugendliche Kämpfer knapp nach Punkten seinem Kontrahenten Umut Yumuk (16) vom Sportzentrum Black Cobra aus Pforzheim.

Dieser war nur einer von insgesamt 20 hochkarätigen Kämpfen bei der Kampfsportgala „Ring Rage Tournament“ am vergangenen Samstag in der mit Rund 650 Zuschauern und Sponsoren proppenvollen Erlenhalle, bei der sich die „NLFA“ in 11 Kämpfen mit Beteiligung Ihrer Schützlinge über insgesamt 8 Siege, 1 Unentschieden und sogar 1 Europameistertitel freuen durfte. Insbesondere die Siege Ihrer Kämpfer Kadir Yilmaz (15), Kosova Krasniqi (24), Ibrahim Abdul-Malak (21) und Ardisan Smajli (20) sorgten beim heimischen Publikum für ekstatische Lautstärken, die einem Rockfestival oder einem startenden Jumbojet Konkurrenz machen konnten. Abdul-Malak gewann seine beiden Kämpfe des Abends eindrucksvoll durch K.O. in der ersten Runde und darf sich über den „Ring Rage-Titel“ und EURO 500,– Siegprämie freuen. Smajli ging auch nach dominanter publikumsgetragener Vorstellung als frischgebackener Europameister der AFSO aus dem Ring.

Das in reiner Eigenregie der „NLFA“ Familie in monatelanger Vorarbeit aus dem Boden gestampfte Event, welches sogar auf „Fight24.TV“ live übertragen wurde und dem Zuschauer alles bot, was das an Kampfsport interessierte Herz begehrt, war ein voller Erfolg und wirft jetzt schon seine Schatten auf die im Dezember an gleicher Stelle stattfindenden „10-Jahre NLFA“ Jubiläums Fight Gala voraus, zu der auch wieder einige Kampfgrößen mit Internationalen Titeln in den Ring steigen werden. Die enorme Besucherzahl vom Samstag in ein Indikator dafür, dass das Interesse an solchen Events in der Region ein großes ist.

Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünschen, antwortete Anyelo Ruth ohne überlegen zu müssen: „Ich wünsche mir mehr Unterstützung seitens der Stadt. Es wäre schön, wenn diese unsere Notwendigkeit erkennen und uns und den anderen ortsansässigen Kampfsportschulen einen stadteigenen Ring zur Verfügung stellen würden. Denn ein selbst zusammengeschraubter Ring, bei dem auch schon mal ein Seil während einer Veranstaltung reißt, wie am Samstag geschehen, ist nicht die Ideallösung. Auch wenn dieser innerhalb weniger Minuten wieder zusammengeflickt werden konnte. Es wäre für alle Kampfsportvereine in einem professionellen, neuwertigen Ring einfacher, regelmäßig größere Veranstaltungen in der Erlenhalle auf die Beine zu stellen und somit einen Grundstein für eine nachhaltige Jugendarbeit zu legen“, so Ruth abschließend.

Impressionen vom Kampfsport-Event in der Erlenhalle

Fotos: Wolfgang Racek, Markus Sommerfeld

 

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