Gedenktafeln auf Friedhöfen angebracht

(pm/ea) – Nach langer Vorarbeit ist es endlich soweit: Passend zum Jahr 2018, in dem sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal jährt, sind auf dem Langendiebacher und Rückinger Friedhof Gedenktafeln angebracht worden. Auf ihnen sind die Namen der getöteten Soldaten sowie der zu Tode gekommenen Zivilisten beider Weltkriege aus dem letzten Jahrhundert aufgelistet.

„Das ganze begann damit, dass unser Mitglied Bernd Jeschonnek sich vor Jahren an die Arbeit machte, alle aus Rückingen stammenden gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs herauszufinden und zusammenzustellen“, berichtet Erwin Hirchenhain, Vorsitzender des Geschichtsvereins. Bislang gab es für Rückingen nur eine Tafel mit den Gefallenen des Ersten Weltkriegs, die an der Mauer des Rückinger Friedhofs eingelassen ist. Für Langendiebach gibt es bereits ein Gedenkbuch, das in der Kirche ausliegt, mit den Namen der Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Dieses wurde bereits wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geschaffen.

Mit dem Anliegen von Bernd Jeschonnek, neben der bestehenden Tafel an der Wand des Rückinger Friedhofs eine zweite mit den gefallenen Soldaten des 2. Weltkriegs anzubringen, tat sich der Vorstand schwer. Man war der Auffassung, dass nach dem Zusammenschluss von Langendiebach und Rückingen im Jahre 1970 Erlensee inzwischen schon fast ein halbes Jahrhundert besteht und deshalb aus heutiger Sicht eine gemeinsame Erinnerungskultur für die gesamte Stadt angebrachter und sinnvoller sei. So wurde ein Gremium gebildet, das aus Vertretern des Geschichtsvereins, des Magistrats der Stadt, der ev. und kath. Kirchengemeinde und des VdK bestand, um diese Frage zu diskutieren. Anschließend befasste sich auch noch einmal der Bau-und Umweltausschuss mit dem Thema und schloss sich den Vorstellungen der Arbeitsgruppe an. Die wesentlichen Ergebnisse sind: Auf den Friedhöfen der beiden Stadtteile werden inhaltsgleiche Tafeln angebracht. Es ist nicht von „gefallenen“, sondern von „getöteten“ Soldaten die Rede, ebenso von getöteten Zivilisten, die ebenfalls namentlich genannt werden. –

An die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Langendiebach und Rückingen, die während der Nazi-Herrschaft ermordet wurden, wird auf gesonderten Tafeln erinnert. Diese sind an den Orten der früheren Synagogen angebracht worden (Ecke Friedrich-Ebert-Straße / Ringstraße und Wasserburg).

Auf dem Foto: Der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Erwin Hirchenhain (links) mit Bürgermeister Stefan Erb an der Gedenktafel auf dem Langendiebacher Friedhof.

Foto: Markus Sommerfeld

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