Vorsorgemaßnahmen gegen Afrikanische Schweinepest: Lehrfilm zeigt richtiges Bergen eines toten Wildschweins

(pm/ea) – „Um auf den Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei hessischen Wildschweinen bestmöglich vorbereitet zu sein, werden Vorsorgemaßnahmen zur Bekämpfung der Seuche entwickelt“, erklärte Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Umweltministerium.

„Erstes Ziel nach einem Ausbruch ist es, eine Weiterverbreitung der Seuche über eine größere Fläche zu verhindern. Darauf bereiten wir uns bereits jetzt vor“, ergänzte Tappeser.

Infizierte Schweine werden in hoher Zahl an der Seuche sterben. An den Kadavern können sich andere Schweine leicht anstecken. Aus diesem Grund müssen die Kadaver schnell aus dem Wald entfernt werden. Dabei sind strenge Hygienevorschriften zu beachten. Zur Schulung von Bergeteams, die aus Beschäftigten von Hessen-Forst rekrutiert werden, hat das Hessische Umweltministerium in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium nun einen Film über die sachgerechte Bergung und Beprobung von tot aufgefundenen Wildschweinen veröffentlicht. Im Herbst wird die Suche und Bergung von Wildschweinen mit allen beteiligten Personenkreisen geübt. Neben der Veterinärverwaltung werden auch Hessen-Forst, Polizei und Feuerwehr an der Übung beteiligt sein.

Im Seuchenfall werden Sammelplätze eingerichtet, auf denen die geborgenen Wildschwein-Kadaver sicher bis zur Abholung und Entsorgung gelagert werden können. Hierzu wurden bereits dichte Sammelcontainer angeschafft. Außerdem werden derzeit vorsorglich Zäune gekauft und eingelagert, um im Seuchenfall die betroffenen Gebiete einzäunen zu können, damit lebende und möglicherweise infizierte Wildschweine die Seuche nicht in andere Gebiete weitertragen können.

„Für den Menschen ist die Tierseuche vollkommen ungefährlich. Für Wildschweine und auch Hausschweine führt diese hochansteckende Krankheit fast immer zum Tod. So hat sie das Potenzial große wirtschaftliche Schäden bei den schweinehaltenden Landwirten anzurichten. Deshalb ist es wichtig sich auf den Seuchenfall vorzubereiten, wenngleich wir hoffen, dass es nicht dazu kommen wird“, sagte Staatssekretärin Tappeser.

Hintergrund:

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Europa weiter aus. Neben Estland, Lettland, Litauen, Ostpolen und der Tschechischen Republik wurde die Tierseuche im April erstmals auch bei Wildschweinen in Ungarn nachgewiesen. In Nordungarn und in einem zweiten Gebiet im Osten des Landes an der Grenze zur Ukraine wurden Sperrgebiete eingerichtet. Lebende Schweine und Schweinefleischprodukte aus diesen Gebieten dürfen nicht in den internationalen Handel gelangen. Da das Virus in Lebensmitteln, die Schweinefleisch enthalten, lange überlebensfähig ist, besteht die Gefahr, dass die Tierseuche über den Fernverkehr entlang der Autobahnen z.B. durch unachtsam entsorgten Reiseproviant nach Hessen eingeschleppt wird.

⇒https://umwelt.hessen.de/video/bergung-von-kadavern-im-seuchenfall-afrikanische-schweinepest

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