GRÜNE wollen während Amphibienwanderung Kreisstraßen auf Tempo 30 reduzieren

(pm/ea) – Wird die Geschwindigkeit auf einigen Kreisstraßen künftig auf Tempo 30 reduziert? Dies diskutiert der Kreistag in seiner kommenden Sitzung am 22. Juni.

„Dabei soll die Geschwindigkeitsbegrenzung während eines bestimmten zeitlichen Rahmens während der Amphibienwanderung eingeführt werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreis, Reiner Bousonville. Von der Wanderung stark betroffene Straßen sollen somit nicht mehr zur „Todesfalle für die Amphibien“ werden.

Im April scheiterten die Grünen mit einem entsprechenden Dringlichkeitsantrag an der Zwei-Drittel-Hürde, auch durch die Gegenstimmen von AfD oder FDP: „Die Abgeordneten dieser Parteien argumentierten, die Wanderung sei bereits zu Ende. Da jedoch die Amphibienwanderung noch Wochen danach anhielt und dies bereits während der Sitzung absehbar war, war dieses Verhalten unverständlich“, kritisiert Bousonville.

Nun beschäftigt sich der Kreistag nochmalig mit dem Antrag, jedoch ohne Dringlichkeit: „Gemeinsam mit Landrat und der Ersten Kreisbeigeordneten sowie mit dem Umweltausschuss und der Unteren Naturschutzbehörde möchten wir, dass ein entsprechender jährlicher Zeitraum fest gelegt wird, bei dem von der Amphibienwanderung stark betroffene Kreisstraßen auf Tempo 30 reduziert werden.“ Zwar werden bereits Warnschilder aufgestellt, das Tempo jedoch nicht reduziert: „Das führt dazu, dass auch Tiere am Fahrbahnrand sterben, die dort im Gras sitzen. Durch das sogenannte Barotrauma platzen durch den Strömungsdruck der vorbeifahrenden Autos die inneren Organe der Tiere.“

Eine Millionen Tiere sterben laut Schätzungen von NABU Hessen pro Jahr landesweit während ihrer Wanderung: „Wir hoffen so, dass bereits 2019 eine entsprechende Geschwindigkeitsreduzierung realisiert werden kann. Damit kann die Zahl der Amphibien, darunter Erdkröten, Springrösche oder Feuersalamander, die auf den Straßen im Main-Kinzig-Kreis während ihrer Wanderung getötet werden, effektiv reduziert werden“, so der Fraktionsvorsitzende abschließend.

 

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