„Sicherheit in Hanau“

(pm/ea) – Informationen aus erster Hand und einen offenen Gedankenaustausch zur Sicherheitslage in Hanau lieferte ein Treffen, das dieser Tage auf Initiative von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck stattgefunden hat.

Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, die Ortsvorsteher und eine Vertreterin des Ausländerbeirates waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, um im Gespräch mit dem Leitenden Polizeidirektor Claus Spinnler, dem Ordnungsdezernenten der Stadt Hanau, Stadtrat Thomas Morlock, sowie dem Leiter des Ordnungsamtes Thorsten Wünschmann, mehr über die aktuelle Sicherheitslage und die geplanten Maßnahmen zu erfahren.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse, über die auch in der Presse berichtet worden war, war die Kriminalstatistik 2017 von besonderem Interesse. Wie der Leitende Polizeidirektor Spinnler erläuterte, ist die Gesamtzahl der Straftaten in Hanau deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote inzwischen auf 66,3 Prozent angestiegen.

Trotz dieser bemerkenswerten Statistik fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger in der Stadt unsicher. Insbesondere Frauen haben abends und nachts auf öffentlichen Plätzen Angst, berichteten Fraktionsvertreter. Die Fraktionen der Hanauer Stadtverordnetenversammlung kamen nach einem intensiven Austausch mit dem Leitenden Polizeidirektor Spinnler gemeinsam zu der Schlussfolgerung, dass die objektiven Fakten der Hanauer Kriminalstatistik nicht mit dem öffentlich geäußerten Sicherheitsempfinden übereinstimmen. Angst- und Unsicherheitsgefühle sind etwas sehr Persönliches, Individuelles, das sich nicht immer mit objektiven Fakten unterlegen lasse, bestätigte auch Ordnungsdezernent Morlock.

Als eine Ursache dafür wurden bei diesem Treffen die sozialen Medien wie Facebook identifiziert, die mit den dort geäußerten Hasskommentaren und der Panikmache nach einer schweren Straftat die subjektive Wahrnehmung über die öffentliche Sicherheit nachhaltig prägen und verstärken. Eine realistische Einordnung der Ereignisse bleibt dabei auf der Strecke.

Einvernehmen bestand darin, dass es zur Stärkung des Sicherheitsempfindens unerlässlich ist, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Stadtrat Morlock wies darauf hin, dass zurzeit die durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossene Videoüberwachung an Marktplatz und Freiheitsplatz installiert wird. Geplant ist, dass sie im zweiten Quartal in Betrieb gehen. In den Hanauer Parkhäusern sind bereits 120 Videokameras vorhanden.

Auch die Einrichtung der Stadtwache am Marktplatz soll das Sicherheitsempfinden in der Innenstadt stärken. Diese ist regelmäßig mit der Stadtpolizei zwischen 6:30 und 20:30 Uhr besetzt. Die Bevölkerung hat dies bereits wahrgenommen, berichten die Mandatsträger aufgrund der positiven Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern. Es wurden in 2018 bereits sieben neue Stadtpolizisten und eine Mitarbeiterin, deren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Sauberkeit liegt, eingestellt. Im Jahr 2019 kommen zwei weitere Stadtpolizisten hinzu. Auf diese Weise wird die Präsenz auf Hanaus Straßen sichtbar verstärkt.

Ein weiterer Baustein im Präventionskonzept ist das Haus des Jugendrechts, das am Schlossplatz entsteht. Hier werden künftig Polizei, Jugendämter und Staatsanwaltschaft unter einem Dach vereint sein. Darüber hinaus kann auch durch die Gestaltung der Straßen und Plätze Einfluss auf das Sicherheitsgefühl genommen werden. Öffentliche Plätze sollen deshalb so angelegt werden, dass dort keine Angsträume entstehen können. Wichtig sind dabei ein gutes Beleuchtungskonzept, gute Sichtverhältnisse und die Einsehbarkeit.

Zusammenfassend haben die Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen festgehalten, dass jede Straftat eine Straftat zu viel ist. Doch Hanau ist weiterhin eine Stadt, in der es sich sicher leben lässt. Die gute Präventionsarbeit, die weiter ausgebaut werden soll, leistet bereits ihren Beitrag dazu.

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