Zweckverband Fliegerhorst: Flächenumwidmung erfordert Überzeugungsarbeit

(ea) 19.02.16 – Auf der letzten Sitzung der Zweckverbandsversammlung vor den Kommunalwahlen, die vermutlich personelle Änderungen in dem Gremien zur Folge haben werden, wurde deutlich, dass die geplante Umwidmung des im südwestlichen Bereichs des Fliegerhorsts gelegenen Teilstücks von rund 16 ha Größe in eine gewerbliche Baufläche noch erhebliche Überzeugungsarbeit beim dafür zuständigen Regionalverband erfordern werde.

Ursprünglich war das Gelände für Sport- und Freizeitaktivitäten vorgesehen.

Wie die Projektplaner Thomas Müller und Thomas Egel berichteten, wurde ihnen in ersten Gesprächen signalisiert, dass die Beantragung einer Umwidmung, die eine Abweichung von Zielen der Raumordnung darstellt, nur erfolgreich sein könne, wenn der Nachweis erbracht werde, dass diese auch erforderlich sei. Immerhin handelt es sich hierbei um 16 ha zusätzliche Gewerbefläche, zu der die in der Regionalversammlung zusammengeschlossenen Kommunen ihre Zustimmung geben müssen, bevor der Regionalverband eine Änderung des Flächennutzungsplan vornehmen kann.

Beide zeigten sich zuversichtlich, dass der Zweckverband hier den erforderlichen Nachweis für die Umwidmung erbringen könne.

Aufgrund der dort vorhandenen Altlasten und den damit verbundenen Beseitigungskosten ist die Zweckverbandsversammlung Ende letzten Jahres den Empfehlungen der Planer gefolgt und hat sich von den ursprünglich vorgesehenen Plänen der Nutzung als Sport- und Freizeitgelände verabschiedet. Man kam zu der Einsicht, dass die erheblichen Kosten der Altlastenbeseitiung nur durch den Verkauf der Fläche als Gewerbegebiet gedeckt werden können.

Horst Pabst (CDU) kritisierte in diesem Zusammenhang die seiner Meinung nach falsche Vorgehensweise des Zweckverbands bei der Veräußerung der Grundstücke. Statt 80 Euro pro Quadratmeter hätten diese für 100 Euro verkauft werden müssen, worauf er von Anfang an hingewiesen hätte. Dann hätte man das jetzt aufgelaufene Defizit von 3 Mio Euro vermeiden können und müsste jetzt nicht die Fläche zusätzlich als Gewerbegebiet ausweisen.

Thomas Müller entgegnete ihm, dass der zu erlösende Grundstückswert von Gutachtern ermittelt worden sei und ließ die geübte Kritik nicht gelten. Er wies darauf hin, dass ein privater Investor sich jetzt zurücklehnen und die Gewinne einstreichen würde. Dieser hätte bestimmt kein Interesse daran, die besagte Fläche von Altlasten zu befreien. Diesen Anspruch hätten aber die im Zweckverband zusammengeschlossenen Kommunen Bruchköbel und Erlensee, um das Gelände komplett im Sinne des Umweltschutzes wieder herzustellen. Um diese Kosten zu stemmen, benötige man jedoch die Einnahmen aus einer Gewerbefläche, die ein Freizeitgelände nicht in dieser Höhe abwerfen könne.

Weiter berichtete Müller, dass im westlichen Bereich des Fliegerhorsts vorgesehene Baufeld für die Firma Panattoni in Kürze an diese übergeben und der Kaufvertrag unterzeichnet werde.

Ein für die Firma Bernd Wenzel vorgesehenes Grundstück werde nun, nachdem diese vom Kauf abgesehen habe, der Firma BSSE aus Erlensee angeboten, für die bereits seit längerem ein geeignetes Grundstück gesucht werde, wie Müller betonte. BSSE hatte sich zuletzt um ein Grundstück beworben, für das jedoch der Investor der vorgesehenen Auto Klassik Stadt das Vorverkaufsrecht ausgeübt hat, nachdem ihm die Kaufabsicht mitgeteilt worden war.

Zur geplanten Neuanbindung des Fliegerhorstes an die Einmündung in Höhe des ALDI-Markts informierte Egel, dass die hier zuständige Stadt Erlensee einen Beschluss zur Aufstellung eines  Bebauungsplans fassen müsse, den er für Mai erwarte. Parallel erfolge die Bauleitplanung durch den Zweckverband. Da das für die Trassenführung vorgesehene Gebiet als Landschaftsschutzgebiet eingestuft sei, liegt die Entscheidung über die Realisierung beim Regierungspräsidium als Obere Naturschutzbehörde.

Zum Ende der Sitzung, auf der die für die vorgestellten weiteren Planungen erforderlichen Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, teilte Thomas Müller auf Nachfrage von Lothar Lukas (Grüne) mit, dass die russische Investorengruppe in der kommenden Woche ein neues Konzept für die Auto-Klassik-Stadt vorstellen wolle.

Foto: Das im rechten Bereich liegende Gelände mit der dortigen Housing-Area soll zu einem Gewerbegebiet umgewidmet werden

(Bericht: Markus Sommerfeld, Archivfoto: Privat)

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