Aktien als Anlagealternative in der Niedrigzinsphase

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(pm/ea) – Ganz im Zeichen der anhaltenden Niedrigzinsphase stand das achte Aktienforum, zu dem die Sparkasse Hanau zusammen mit der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) eingeladen hatte.

Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, erklärte in seiner Begrüßung, dass in absehbarer Zeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Zinserhöhung zu erwarten sei. Daher bleibe der Stellenwert von Geldanlagen in Aktien weiter hoch. „Wichtig dabei ist, die Geschäftsmodelle der Unternehmen zu kennen“, so Wiedemeier. Das sei auch der Grund, warum Vertreter zweier bedeutender Traditionsunternehmen wie BASF und Aurubis einen nicht ganz alltäglichen Einblick in ihre Unternehmen gewährten.

Andrea Wentscher, Investor Relations Manager für Privatanleger, erläuterte die Wachstumsstrategie der BASF. Das Portfolio des Konzerns reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredelungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. BASF erzielte 2016 einen Umsatz von 58 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von etwa 6,3 Milliarden Euro. Ziel sei es, in diesem Jahr den Umsatz um mindestens sechs Prozent zu steigern. Dies solle dadurch erreicht werden, dass aufstrebende und innovationsfreudige Geschäftsfelder wie Batteriematerialien oder Spezialkunststoffe akquiriert werden. Gleichzeitig werde sich der Konzern weiter von Geschäftsfeldern trennen, die nicht zur Wertsteigerung beitragen, wie beispielsweise der Düngemittelbereich.

Ein wichtiger Pfeiler zur Umsetzung der Wachstumsstrategie ist die Erhöhung der Investitionen und der Forschungs- und Entwicklungsausgaben. In den Jahren 2017 bis 2021 plant die BASF Investitionen von rund 19 Milliarden Euro. Die Forschungs-und Entwicklungsausgaben sollen in diesem Jahr bei etwa 1,9 Milliarden Euro liegen.

Auch Aurubis, weltweit größter Kupferproduzent und -recycler, setzt auf weiteres Wachstum. Das Unternehmen verarbeitet komplexe Metallkonzentrate, Altmetalle und metallhaltige Recyclingstoffe zu Metallen mit höchster Qualität. Unter anderem produziert Aurubis jährlich mehr als eine Million Tonnen Kupferkathoden und daraus diverse Kupferprodukte wie Gießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile aus Kupfer und Kupferlegierungen. Aurubis beschäftigt mehr als 6.400 Mitarbeiter und verfügt über Produktionsstandorte in Europa und den USA.

Dieter Birkholz, Senior Manager Investor Relations bei Aurubis, wies bei der Vorstellung seines Unternehmens auf das ehrgeizige Effizienzsteigerungsprogramm hin, das Aurubis aufgelegt habe. Der operative Gewinn solle bis zum Geschäftsjahr 2019/2020 um insgesamt 200 Millionen Euro steigen und einhergehen mit der Entwicklung von einem Kupfer- zu einem Multimetallkonzern.
Hermann Köck, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hanau, blickte in seinem Vortrag auf die Entwicklung der Kapitalmärkte seit dem letzten Aktienforum der Sparkasse vor einem Jahr. Seitdem stieg der EuroStoxx 50 um 16 Prozent, der DAX sogar um 18 Prozent. „Die Zinsen werden weiter niedrig bleiben“, erklärte Köck. Erst in ferner Zukunft zeichne sich eine leichte Wende ab. Ab dem Jahr 2022 könnten die Geldmarktzinsen bei 0,6 Prozent liegen. „Abzüglich der Inflationsrate bleibt für den Anleger jedoch ein realer Wertverlust“, so Köck.

Als Anlagealternative präsentierte Köck den Mischfonds DJE Zins & Dividende, der das Ziel verfolgt, Verluste weitestgehend zu vermeiden (Absolute-Return-Gedanke). Durch eine differenzierte Gewichtung der Assetklassen Anleihen und Dividenden und substanzstarke Aktien, sollen einerseits stabile Zinseinkünfte generiert sowie andererseits eine möglichst nachhaltige positive Wertentwicklung erzielt werden.

Eine weitere Alternative ist der Wohnimmobilienfonds „Catella Wohnen Europa“, der hauptsächlich in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Skandinavien investiert. Der Fokus liegt hierbei auf modernen und bezahlbaren Wohnungen mit stabilem Kapitalfluss. Eine Risikostreuung soll durch den Ankauf von Einzelobjekten in verschiedenen Märkten sowie einem gleichmäßigen Aufbau des Portfolios erreicht werden. Die Mindestanlagesumme liegt bei 25.000 Euro.

Auch bieten Fremdwährungsanleihen derzeit gute Renditen, beispielsweise in US-Dollar. So rentieren 10-jährige US-Staatsanleihen bei 2,25 Prozent, während 10-jährige Bundesanleihen bei 0,45 Prozent liegen.

Auf dem Foto (v.l.): Dr. Ingo Wiedemeier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hanau, Dieter Birkholz, Senior Manager Investor Relations bei Aurubis, Andrea Wentscher, Investor Relations Manager für Privatanleger der BASF, Dieter Tassler, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, und Hermann Köck, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hanau

Foto: PM