Anton Hofmann seit 15 Jahren als ACE & BSW Reisebegleiter unterwegs: „Reisen ist meine Leidenschaft“

(pm/ea) – Nach dem Motto von Alexander von Humboldt (1769-1859): „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben“ ist Anton Hofmann aus Rodenbach seit seiner Jugend als Reisender und seit 15 Jahren als Reisebegleiter für die Reisebüros vom ACE Auto Club Europa in Stuttgart und der Stiftungsfamilie Bahnsozialwerk BSW Touristik in Augsburg als Ehrenamtlicher unterwegs.

Reisen ist seine große Leidenschaft! In den letzten 50 Jahren hat Hofmann über 350 ein- oder mehrtägige Reisen als Reisebegleiter betreut und zum Teil selbst organisiert. Dabei hat er im Laufe seines Lebens mehrere Tausend Reisegäste (darunter auch viele Reisegäste aus dem Main-Kinzig-Kreis und der Rhein-Main-Region) kennen gelernt und mit ihnen viele Länder mit den unterschiedlichsten Verkehrsmittel – ob mit Bus, Bahnen, Schiffen und Flugzeugen – bereist. Als ehemaliger Lokomotivführer vorzugsweise mit den Bahnen auf beliebten Strecken in Europa und Russland unterwegs.

„Toni“ Hofmann – wie ihn seine Freunde und Bekannte nennen – ist seit seiner Lehrzeit vor über 50 Jahren gerne auf Reisen unterwegs. Sein Vorteil war dabei, dass er bei der damaligen Deutschen Bundesbahn (DB) 1967 als Maschinenschlosserlehrling begann und Fahrvergünstigungen für den Schienenverkehr im In- und Ausland erhielt. Zusammen mit seinen Ausbildungskollegen im Bahnbetriebswerk Würzburg unternahm er Wochenend-Städte-Touren in den Norden und Süden der Bundesrepublik. Die erste Reise ging nach Hamburg und Helgoland sowie mit Schiffen der Bundesbahn auf der „Vogelfluglinie“ von Puttgarden nach Rodby Faerge (Dänemark).

Im zweiten Ausbildungsjahr wurde Toni Hofmann zum Jugendvertreter und im dritten Ausbildungsjahr zum Ortsjugendleiter der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED – heute Eisenbahn- und Verkehrskehrgewerkschaft EVG) gewählt. In dieser Zeit besuchte es viele Lehrgänge in den Jugendbildungsstätten der GdED und vom DGB in Rottach-Egern am Tegernsee und Königstein im Taunus sowie in Hammersbach – einem Ortsteil von Grainau – bei Garmisch-Partenkirchen im Werdenfelser Land. Bei diesen Lehrgängen nach dem Bundes-Personal-Vertretungs-Gesetz (BPersVG) lernte er die relevanten Gesetze und Tarifverträge für Beschäftigte (Arbeiter, Angestellte und Beamte sowie Nachwuchskräfte) der DB kennen und in der betrieblichen Praxis kennen. Natürlich reizten ihn die in der Freizeit angebotenen Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Region.

Von Jahr zu Jahr erweiterte sich der Reise-Radius

Die GdED hatte zu dieser Zeit bereits ein umfangreiches Urlaubsangebot an die Jungeisenbahner für den Sommer und den Winter im Inland und vielen europäischen Nachbarländer (Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich und Jugoslawien usw.). Im Winter lernten sie in Gruppen das Skifahren in Filzmoos im Dachsteingebirge in Österreich und im Sommer das eigene EUROP CAMP in Eze sur mer an der Cote a‘ zur (Zwischen Monaco und Nizza). Alle Ziele waren mit den Eisenbahnen zu erreichen, so dass in der Regel nur Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung anfielen, die sich die Auszubildenden leisten konnten. Jährlich nahmen rund 3.000 der 18.000 Auszubildenden an den Jugendfreizeiten in ganz Europa mit Begeisterung teil. Aus den Betreuern wurden später engagierte Reisebegleiter!
Die Würzburger Jugendgruppe der GdED war sehr aktiv und Toni Hofmann organisierte ein- und mehrtägige Ausflugsfahrten für die jungen Reisegäste. Sehr früh übernahm er Verantwortung für die Organisation und die Finanzierung der Reisen in der Gemeinschaft. Bis heute sind noch Reisende aus dieser Zeit mit Hofmann auf Touren unterwegs.
Nach der Ausbildung zum Maschinenschlosser erfolgten die Fortbildung mit Laufbahnprüfung zum Lokomotivführer (für die Fahrberechtigung der Personen-/Güterzuglokomotiven der Baureihen V60, E 10 / 12 / 14 und E 40 / 41 sowie E 50) und die spätere Freistellung als Mitglied vom Bezirkspersonalrat bei der Bundesbahndirektion Nürnberg sowie als Vorsitzender der Hauptjugendvertretung beim Vorstand der Deutschen Bundesbahn in Frankfurt am Main. Hofmann ließ sich dann vom Arbeitgeber DB zum Studium an der Akademie der Arbeit in der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt beurlauben und wechselte vom Ehrenamt zur hauptamtlichen Tätigkeit bei der GdED.

Erster Wohnortwechsel von Franken in die Oberpfalz

Es begann für ihn ein neues Berufsleben zunächst als Volontär in der Bezirksleitung Nürnberg, dann in der Ortsverwaltung Schwandorf und anschließend als Gewerkschaftssekretär. In der Ortsverwaltung Weiden wurde er 1980 zum 1. Bevollmächtigten und Geschäftsführer gewählt und nahm die Interessenvertretung in einer schwierigen Zeit von Rationalisierungsmaßnahmen und Streckenstillegungen für die Eisenbahner in der Oberpfalz und dem Grenzland erfolgreich war.

Neben den beruflichen Herausforderungen war er in seinem ureigenen Erholungsurlaub an der technischen Entwicklung des Eisenbahnbetriebs (Streckenneu- und -ausbau) und der Fahrzeuge (Lokomotiven und Waggons) in Europa, Russland und Amerika sehr interessiert. Hofmann organisierte und begleitete Bildungs- und Studienreisen nach Polen, Tschechoslowakei, Ungarn, Österreich, Schweiz, England und in die damaligen Republiken der UdSSR. Er war mehrmals mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs.

Großes Interesse an Ostblockländern und der Ex-UdSSR

Der absolute Höhepunkt war eine Delegationsreise auf die Baustellen der Baikal Amur Magistrale (BAM) bis ins tiefste Sibirien. Die Fahrt entlang den Städten der Seidenstraße und der mehrmalige Besuch des Russischen Orients (Taschkent, Buchara und vor allem Samarkand) und bis nach Alma Ata sowie der Schwarzmeerküste nach Jalta zu den historischen Stätten der Deutschen Geschichte faszinierten ihn und seine Reisegäste – darunter einige Kriegsteilnehmer – ganz besonders. Ein ganz besonderes Erlebnis war ein Abstecher von Usbekistan nach Afghanistan in die Hauptstadt Paschtu in der nördlichen gelegenen Provinz Dschuzdschan.

Bahnen in Amerika im Auf und Ab – Ein Neuanfang?

Bei einer Studienreise mit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Oktober 1977 lernte er die privatisierte Eisenbahn der USA – die AMTRAK – kennen. Auf vielen Reisen gelang ihm die Mitfahrt auf den Führerständen der Elektro- und Diesellokomotiven. Ein Empfehlungsschreiben in englischer Übersetzung des Präsidenten der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) mit Sitz in London hat Toni oft als Türöffner bei seinen Berufskollegen im Ausland geholfen. Besondere Aufmerksamkeit galt den Sicherheitseinrichtungen auf den Lokomotiven und den Signaleinrichtungen auf den Strecken der Staats- und Privatbahnen der Welt.
Die Rundreise begann und endete in New York. Eine Stadt voller Widersprüche. Reichtum und Armut nicht weit auseinander. Arbeiten und Wohnen auf engstem Raum. Viele Nationalitäten unterwegs. Für einen Dorfbewohner eine völlig ungewohnte Situation.
„Ich stellte mir das Zusammenleben damals schwierig vor, aber die Weltsprache Englisch machte das Zusammenleben möglich“ stellte Hofmann schnell fest und frischte sein Schulenglisch in der Praxis auf, weil er damit nicht nur in Amerika, sondern auch in den europäischen Nachbarländern – zumindest in Hotels und Restaurants – gut zurecht kam.
Im Rahmen der Rundreise lernte er die Großstädte Baltimore, Chicago, Minneapolis, Pittsburgh und Washington kennen. Bei Besuchen in den Stahlfabriken und auf großen Landwirtschaftsgütern lernte er die Probleme einer großen Industrienation und Vorteile einer qualifizierten Berufsausbildung in Deutschland kennen und schätzen. Parlamentsbesuche und Gespräche mit Lokalpolitikern in Minneapolis gaben einen Einblick in ein Land ohne Einwohnermeldeämter und wie demokratische Wahlen organisiert werden. Der Gedankenaustausch mit Ureinwohnern, Indianerstämmen, einerseits und auf Einladung der Gattin von Präsident Jimmy Carter im Weißen Haus bleibt unvergessen.

Zweiter Wohnortwechsel von Weiden nach Rodenbach

Im Jahr 1985 wechselte Anton Hofmann als Stellvertretender Hauptabteilungsleiter Kasse-Verwaltung-Presse in den Vorstandsbereich Hauptkassierer beim Hauptvorstand wieder nach Frankfurt am Main. In dieser Zeit blieb ihm außer seinen privaten Urlaubsreisen nur selten noch Zeit für Reisebegleitungen. Dafür kam er bei Dienstreisen – insbesondere nach der Wiedervereinigung Deutschlands in den Folgejahren – in Mittel- und Ostdeutschland in vielen sehenswerten Regionen herum.

In seiner Funktion organisierte Hofmann ein-und mehrtägige Seminare über die Finanzverwaltung und Kassenführung sowie Buchhaltung in allen Gliederungen der GdED; d.h. Ortsverwaltungen und Bezirksleitungen die deckungsgleich mit den ehemaligen Reichsbahn Direktionen waren. Die zusätzlichen Übernahme der Aufgaben der Mitgliederverwaltung in der Zentrale in Frankfurt von der „Karteikarte zum elektronischen Mitgliederprogramm“ stellte große fachliche und vor allem zeitliche Anforderungen an die Angestellten und Funktionäre in über 200 Ortsverwaltungen mit rund 525.000 Mitgliedern nach dem Zusammenschluss von Ost und West.

Die Deutsche Wiedervereinigung: Ein Glücksfall !

Die Einrichtung und Einweisung an immer wieder zu modernisierenden Computeranlagen und Kommunikationsmitteln forderte oft die Präsenz vor Ort um den Herausforderungen gewachsen zu sein. Nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ reiste er – meistens mit der Bahn – nach Dresden und lernte das Elbsandsteingebirge kennen. Die Direktion Halle hatte ihre Schwerpunktdienststellen in der sehenswerten Stadt Leipzig und die Magdeburger schulten gerne im Harz in Wernigerode. Da lernte er die Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken kennen.
Berliner Termine boten oft die Gelegenheit die Sehenswürdigkeiten die Hauptstadt nach Feierabend kennen zu lernen, ebenso in den Spreewald bei Cottbus und das Land Brandenburg rund um Potsdam. Zu Beginn gab es im Norden noch zwei Reichsbahndirektionen, Greifswald und Schwerin, zu denen die weitesten und längsten Strecken zurück zu legen waren. Die fachspezifischen Seminare führten die Veranstalter in den ehemaligen Reichsbahn Erholungsheimen z. B. Kühlungsborn oder Schulen in Schwerin durch. Dabei gab es immer wieder einen Bezug zu den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern wie z.B. mit den Beschäftigten der bekannten MOLLI Eisenbahn ab Bad Doberan.

Alle Regionen hatten ihre ganz besonderen Reize und deshalb war es nicht verwunderlich, dass Toni Hofmann nach seiner Pensionierung zunächst seinen Schwerpunkt der Reisebegleitungen in die „neuen Bundesländer“ legte. Mehrfach besuchte er mit BSW-Reisegruppen Dresden und Meißen, die Sächsische Schweiz mit Bad Schandau und Schloss Königstein sowie den Schlössern Pillnitz und Moritzburg. Ein Besuch der Radeberger Brauerei bildete meist den Abschluss. In und um Leipzig erkundete er die neuen Seenlandschaften im Sächsischen Obstland und den wunderschönen Naturpark „Wörlitzer Park“ sowie die Weinanbaugebiete Unstrut und Naumburg. Viele Jahreswechsel/Silvesternächte verbrachte in Görlitz und dem nahegelegenen Zittauer Gebirge um mit der „Zittauer Schmalspurbahn“ mit Dampf bis zum Kurort Oybin zu reisen. Entlang an der polnischen Grenze ging es in die äußerste Ecke Deutschlands nach Zittau.

Über Jahre reiste er mit dem 5-Sterne-Bus“ der BSW-Touristik ins „Mekka der Europäischen Dampfeisenbahnen“, Wolsztyn (deutsch Wollstein), die „Große Dampflok-Parade in Polen“. Ein Muss für jeden Eisenbahn-Liebhaber. Ausgangspunkt war die Europäische Kulturstadt Breslau.

Schmalspur-Dampfbahnen in Ostdeutschland sehr beliebt

Die interessantesten Schmalspur-Dampfbahnen, wie der Mecklenburgischen Bäderbahn „MOLLI“ von Bad Doberan ins Ostseebad Kühlungsborn / West, der Rügenschen BäderBahn mit dem „Rasenden Roland“ auf der Insel Rügen von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren, der „Lößnitzgrundbahn“ von Radebeul, Moritzburg und Radeburg und der „Zittauer Schmalspurbahn“ von Zittau nach Bad Oybin (mit Reisegästen hat Hofmann oft die Silvesternacht verbracht) hält der begeisterte Eisenbahner in allerbester Erinnerung. Nächstes Jahr stehen im Rahmen einer „Eisenbahnromantik – Tour“ die „Weißeritztalbahn“ im Osterzgebirge und die „Preßnitztalbahn“ sowie die Fahrt mit der „Motordraisine“ (dem Wernesgrüner-Schienen-Express) von Schönheide-Süd nach Hammerbrücke auf dem privaten Reiseplan.

Faszination für das „Mutterland der Eisenbahn: England“

Mit der Zeit übernahm Toni Reisebegleitungen ins Mutterland der Eisenbahn nach England und anschließend nach Schottland. „Schottland unter Dampf“ faszinierten ihn sowohl von der wunderschönen Landschaft, den Menschen in Schottland, die „Whiskybrennerei Glenfiddich“ und die Zugfahrten auf den legendären Bahnstrecken vom „Flying Scotsman“. Das absolute Highlight war immer wieder der Besuch vom British Railway Museum in York mit Wechselausstellungen von Lokomotiven der verschiedenen Bauarten, von Dampf-, Diesel- uns Elektro-Lokomotiven. Vor dem ADLER von Stephenson für Deutschland fuhr bereits die ROCKET zwischen Manchester und Liverpool. Sie befindet sich jetzt im Museum. Ebenso ist der erste privatisierte Intercity (IC) – mit dem Anton Hofmann und einer GdED-Jugenddelegation im Jahr 1985 von London nach York reiste – in einer neu erbauten Ausstellungshalle zu besichtigen.
„Luxus pur“ ist die Innenausstattung der legendären Züge und der königlichen Sonderwaggons. Hofmann gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über die schottischen Muster der Sitzbezüge und Kissen in der 1.-Klasse-Abteilen spricht. Mehr als zehn Mal zog Schottland ihn in den Bann.

Abwechslungsreiche Reiseangebote der Reiseveranstalter

Alle Verkehrsmittel – ob Bus, Bahn, Schiff, Auto oder Flugzeug – nutzte er zum Erreichen der Ziele mit den ansprechenden ACE-Reisebeschreibungen wie: „BBB – Bayern – Bier – BMW“ (Südbayern Seenrundfahrt, München und BMW Welt sowie Hallertau im Land der 4.000 Biere) „Auf den Spuren von Rosamunde Pilcher“ in England. „Hauptstadt Berlin und Potsdam“, „Internationale Grüne Woche Berlin“, „Frühlingsfest an die Blumenriviera – Genua“, „Jubiläumsreise Donau Wien“, „Gemütliches Wien mit Bratislava und Wachau“, „Baltische Hauptstädte und Kurische Nehrung (Vilnus – Litauen, Riga – Lettland und Tallin – Estland)“, „Toskana – Hügellandschaft und Meer (San Gimignano, Volterra, Siena, Lucca, Pisa, Baveno – Isola Bella und Isola Pescatori – am Lago Maggiore)“, „Sommerfest am Lago Maggiore (Ausflüge nach Lugano, Como, Locarno, Ascona und Borromäische Inseln)“
BSW-Reisebeschreibungen wie: „Glanzlichter Sachsens“, „Wo die Donau am schönsten ist (Romantische Fahrt mit der MS Rossini)“, „Tal der Salze“ Bad Salzuflen, „Prag und Umgebung“, „Budapest – Land und Leute (Donauknie und Puszta)“, „Geschichte der Eisenbahn in England (Manchester, Darlington, York)“, „Beschauliches Lippisches Land Bad Salzuflen“, „Danzig und Masuren“, „Wörther See und Venedig“, „Ostern bei den Sorben(Bautzen, Zittau und Oybin), „Traumreise zu den Lofoten“, „Minikreuzfahrt nach York“, „Natürlich Altmühltal“, „Leipzig – Sächsische Bahnen und das Obstland & Wörlitz“

Immer wieder Städtereisen in die Europäischen Hauptstädte

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übten die Europäischen Hauptstädte eine besondere Anziehungskraft aus. Berlin, Wien, Paris, London, Prag, Rom, Bern, Oslo, Warschau, Riga, Tallin und Budapest. Anton Hofmann war an den Top-Sehenswürdigkeiten interessiert. Architektur, Kultur und Museen, das Nachtleben oder die regionale Küche vor Ort waren spannend. Europa ist alles andere als langweilig. Es fehlen ihm noch einige wie Madrid oder Lissabon.

Advents- und Silvesterreisen waren sehr begehrt

In den letzten 10 Jahren wurden die Advents- und Silvesterreisen immer begehrter. Für Hofmann begann es mit der „Baseler Vorweihnacht“ und setzte sich mit dem „Adventsduett Trier und Luxemburg“ fort. Jedes Jahr neue Länder und andere Städte. Die „Prager Adventsromantik“ und die „Weihnachtsmärkte Regensburg“ sowie das „Wintermärchen im Erzgebirge“ hatten ihre besonderen Reize und die „Weihnachtsmärkte am Main“ wurden mit der MS Amadeus Royal erkundet. Jahre vorher begleitete Anton Hofmann über Silvester die „DB-Leckerbissen-Reisen an den Genfer See nach Montreux und Lausanne. Diese Zugreisen mit der „Montreux-Oberland-Bahn (MOB)“ mit dem „Golden Panorama-Express“ durch die schneebedeckte Landschaft im Berner Oberland hinauf auf den Nobelferienort Gstaad mit den zahlreichen exklusiven Läden, Restaurants und Hotels sowie den Chalet-Stil nachempfundenen Häusern
Die neue Reisesaison wurde mit den Silvesterreisen eingeleitet. Möglichst noch im Weihnachtsschmuck feierte man ins Neue Jahr hinein und die schneebedeckten Häuser in Gebirgslandschaften gefielen den Reisegästen bei den Gemeinschaftserlebnis „Silvester im Salzkammergut – Salzburg“ oder die „Silvesterfahrt mit der Zittauer Schmalspurbahn –Zittau und Görlitz) oder der „Jahreswechsel in der Bierstadt Pilsen“ oder zum wiederholten Mal das „Silvesterfeuerwerk Heidelberg“

Flusskreuzfahrten Rhein, Mosel, Main, Donau und Rhone

Beim krönenden Abschluss der Reisesaison für das ACE Reisebüro heißt es „Leinen los“ bei den Flusskreuzfahrten mit der a rosa –Flotte. „Mit guten Freunden unterwegs“ heuert der ACE das komplette Schiff an und lädt die Reisegäste (zum Teil mehrfach auf eine Hin- und Rückfahrt) – auf den Rhein (von Köln nach Straßburg oder Köln nach Amsterdam), die Mosel (von Köln/Koblenz nach Trier), die Donau (von Passau nach Budapest) und die Rhone (von Lyon nach Arles über Viviers und Avignon) ein. Toni kennt mittlerweil mehr als 50 Prozent der Schiffsreisenden und freut sich immer wieder auf die „Wiederholungstäter“ besonders.

Bei den Flusskreuzfahrten wurde er meist von einer Reiseverkehrskauffrau aus dem ACE-Reisebüro unterstützt und konnte die geplanten Reisen für das Folgejahr präsentieren. „Es geht nicht über die Mund-zu-Mund-Werbung“ ist sich Hofmann sicher. An diesen Flusskreuzfahrten nahm seine Frau gerne als ganz normaler Reisegast teil.
Einmal erlebte Hofmann mit einer Reisegruppe auf der MS Polarlys „die schönste Schiffsreise der Welt“ auf den Hurtigruten von Bergen nach Kirkenes und zurück. Diese außergewöhnliche Tour wird auf Grund vom Reisepreis meist zu ganz besonderen familiären oder persönlichen Anlässen (Runde Geburts- oder Hochzeitstage) gebucht.
Einmalige und historische Termine

Im Lauf des Lebens gehörten einmalige und historische Termine; 1985 die Fahrt mit dem ADLER-Dampfzug vom Nürnberger Hauptbahnhof zur „Fahrzeugparade zum 150-jährigen-Jubiläum der Deutschen Bundesbahn“ in Nürnberg Dutzenteich, 1987 die Teilnahme an der Eröffnungsfahrt der NBS Neubaustrecke Fulda-Würzburg (durch seinen Geburtsort Obersinn im Sinntal zwischen Jossa und Gemünden am Main), 2002 die Eröffnungsfahrt der NBS Frankfurt-Köln nach dem Motto: „Die Bahn schenkt Ihnen eine Stunde!“ und 2016 die Eröffnungsfahrt des Gotthard-Basistunnel von Erstfeld nach Biasca – mit 57km der längste Eisenbahntunnel der Welt (und die Rückfahrt über Göschenen auf der alten Gotthardstrecke.

Schweizer Klassiker unter den Panoramafahrten

Zu den besonderen Zugfahrten gehörten die Klassiker unter den Panoramafahrten zählte der „Glacier Express“ und der „Bernina Express“. Die Fahrt mit der wohl berühmtesten Schweizer Gebirgsbahn führt durch atemberaubende Berglandschaften, über reißende Gebirgsflüsse und vorbei an schroffen Felswänden. Dabei verbindet der Glacier Express den Osten mit dem Westen der Schweiz: die bekannten und traditionsreichen Ferienorte Zermatt, Davos und St. Moritz, die mächtigen Viertausender Matterhorn und Piz Bernina. Auf seinem Weg durch drei Kantone überquert der Zug 291 Brücken, durchfährt 91 Tunnel und meistert einen Höhenunterschied von 1.500 Metern. Mit exzellentem Service und einzigartigem Bergpanorma wartet die neue Excellence Class auf neue Reisegäste. In Deutschland zählten die Fahrt mit dem TEE (Trans Euro Express) und dem „Gläsernen Zug“ – der leider seit einem Betriebsunfall in Garmisch.-Partenkirchen – aus dem Verkehr gezogen wurde und bis heute auf seine Reparatur wartet.

Faszinierendes Bahnland ist und bleibt die Schweiz

Vor 5 Jahren bot das ACE Reisebüro für die Sommermonate erstmals Gruppenreisen unter dem Motto: „BIG FIVE – Bergbahn-Abenteuer in der Schweiz“ an und sie wurden regelrecht zum Renner für Bahnliebhaber und Schweiz-Liebhaber. Zwischenzeitlich gibt es zwei Ergänzungen, nämlich die „Winterreisen“ und die „STEAM TREAM – Dampfzug- und Dampfschifffahrten). Anfangs bis zu 8 Mal im Jahr begleitete Toni Hofmann die Touren. Zwischenzeitlich hat er einige Kollegen eingewiesen und begleitet er noch 3 Mal im Jahr die Sondertouren mit großer Begeisterung und mit sehr zufriedenen Reisegästen. Mit der ältesten Zahnradbahn Europas auf die Königin der Berge, die Rigi, oder der steilsten Zahnradbahn der Welt – mit 48 % Steigung – auf den Pilatus oder der Cabrio-Seilbahn – einer Weltneuheit – auf das Stanserhorn oder der Drehgondel auf den Titlis – ganzjähriger Gletscher oder der Bienzer Rothornbahn auf über 2.500 Meter mit Blick auf Jungfrau, Eiger und Mönch bei Interlaken. Als Krönung gehört die Fahrt mit der Furka Bergbahn, von Oberwald nach Realp (Uri) über Gletsch im Wallis vorbei am Rhonegletscher, dazu. Diese Fahrt ist für Eisenbahnfans nicht zu toppen.

Private und Familien – Reisen kamen nicht zu kurz

Bei all den Reisen als Reisebegleiter kamen die privaten und Familien – Reisen nicht zu kurz. Nach dem Kennenlernen seiner Frau Karin ging es mit einem eng befreundeten Pärchen als erstes nach Kaprun in Österreich und in den Folgejahren an den Wörther See, nach Zwiesel in den Bayrischen Wald. Nach der Geburt der Tochter und dem fast gleichzeitigen Umzug von Obersinn nach Weiden in der Oberpfalz war zunächst das Reisen auf den Pendelverkehr in die alte Heimat beschränkt. Im Alter von knapp vier Jahren war das Werdenfelser Land das erste Ziel der jungen Familie. Olympiastadt Garmisch-Partenkirchen, Geigenbauerort Mittenwald, Festspielort Oberammergau und Schloss Neuschwanstein sowie Schloss Linderhof wurden besichtigt.

Von Radolfzell aus erkundeten sie die Touristenziele rund um den Bodensee und Jahre darauf Leiden inkl. Keukenhof in Holland, Bad Birnbach und das Bay. Bäderdreieck sowie die Fränkische Seenplatte um Gunzenhausen. Meist zog es die Familie in den Süden Deutschlands z.B. an den Chiemsee oder Tegernsee oder in den Schwarzwald nach Elzach oder Baiersbronn. Wachenheim in der Weinpfalz lockte mit kleinen Wandertouren. Ein Ausreiser in die türkische Riviera nach Alanya war natürlich auch dabei.
Verbunden mit einem „Malkurs“ in Bad Schandau lernte die Familie die Sächsische Schweiz näher kennen. Zum Badeurlaub ging‘s nach Bad Cazand in Holland. Ziele nördlich von der Rhein-Main-Region waren Bad Salzuflen in Richtung Teutoburger Wald, Festenburg bei Clausthal-Zellerfeld im Harz (Besichtigung Wernigerode, Quedlinburg; Goslar).Den weitesten Weg innerhalb Deutschlands nahmen sie für einen Erholungsurlaub auf der Insel Rügen auf sich.

Vor der Geburt seines Enkels unternahm die Familie noch die „Große Island Kreuzfahrt“ auf die Insel aus Feuer und Eis von Hamburg aus mit der MS Majestic rund um Island mit vielen Landgängen und zurück über den Nord-/Ostseekanal nach Kiel. Nach der Geburt seines Enkels änderte sich die Zielrichtung gen Norden an die Nord- und Ostsee. Die Entspannung war angesagt. Strandspaziergänge und Sandspiele bestimmten die letzten 3 Jahre beim Familienurlaub in Westerland auf Sylt und Grömitz an der Ostsee den Tagesablauf.
Zuvor erfüllte sich Anton Hofmann einen Traum zum 60-zigsten Geburtstag und unternahm alleine in einer kleinen Gruppe eine „Kalifornien Rundreise“ in die bekannten Städte der Westküste der USA, nach Los Angeles, Hollywood und San Franzisco sowie durch einige Nationalparks, die Grand Canyon und nach Las Vegas. Dabei durfte die Fahrt auf einer Teilstrecke der Route 66 nicht fehlen. Alle seine Wünsche gingen in Erfüllung.

Besonderheiten und Begebenheiten auf Reisen

„Angst beim Reisen?“ Ja, einmal ernsthaft, als ich im jugendlichen Leichtsinn einen Farbigen beim Suchen nach Essensresten in einer Mülltonne in New York Harlem fotografierte und er von mir – mit der scharfen Messerklinge am Hals – die Herausgabe des Fotos – zu Recht – verlangte. Nur durch den sofortigen beherzten Eingriff unseres farbigen Dolmetschers konnte die für mich lebensgefährliche Situation wieder entschärft werden. „Ich bin erstmals um meine Leben gelaufen“ schilderte Hofmann sein „No go“. Seit diesem Moment achtete er das Recht auf eigene Bild und respektierte von da an die Entscheidung der Betroffenen nicht fotografiert zu werden. Anton Hofmann ist seit dem gleichen Zeitraum als freier Mitarbeiter/Fotoreporter für regionale Zeitungen und Pressesprecher vom ACE unterwegs. In diesen ehrenamtlichen Nebentätigkeiten legt er immer Wert auf die Feststellung, dass alle Personen mit einer Veröffentlichung in Publikationen und Soziale Medien einverstanden sind. Seit einiger Zeit sichert dies das Europäische Datenschutzgesetz.

Eine Reise die Hofmann nicht noch einmal betreuen würde, war eine Busreise auf die Lofoten, wo er kurzfristig als Ersatz eingesprungen ist. Von Deutschland 6 Tage Hin- und 6 Tage Rückreise (meist durch dünn besiedelte Landstriche und Wälder) war selbst im gemütlichen 5-Sterne-Bus eine Strapaze. Der einwöchige Aufenthalt auf den Lofoten war zwar sehr sehenswert und interessant, aber kein Ausgleich für die langweiligen Busfahrten.

Reiseleiter Seminare zur Aus- und Fortbildung absolviert

Vor den schönen Zeiten, wenn man als „Reisebegleiter“ zum Einsatz kommt, gehören aber auch die Vorbereitungs- und Lehrzeiten dazu. Das Anforderungsprofil ist vielseitig und unterscheidet sich von den „Reiseleitern“, die ein umfassendes und immer aktuelles Wissen über Land und Leute sowie die Geschichte haben müssen. Seine Aufgaben bestanden im Wesentlichen in organisatorischen Dingen und dem möglichst unauffälligen Lösen von unvorhersehbaren Ereignissen sowie sehr persönlichen Anliegen während der Reise. Zur Fortbildung gehörten die „Auffrischung vom Erste-Hilfe-Kurs“ und neue Regeln zum modernen Konfliktmanagement und zur Kommunikationstechnik bei Gruppenreisen.

Corona trifft die Reisebranche ganz besonders hart

Die Corona Pandemie hat die Reisebranche ganz besonders hart und unerwartet betroffen. In den letzten zwei Jahren 2020/2021 waren nur zwischen den Lockdown-Zeiten wenige Reisebegleitungen in die Schweizer Bergwelt, zu den Bregenzer Festspielen und auf Flusskreuzfahrten, ohne Ausstieg in den ursprünglich angekündigten Städten, möglich.
Anton Hofmann empfahl mit seinem fränkischem Humor den meist älteren Reisegästen, dass sie die „Zeit zum betreuten Reisen möglichst lange und häufig nutzen sollten, bevor ihnen eventuell nur noch die Zeit im Betreuten Wohnen bleibt“. Deshalb sei er gerne „Reisebetreuer“ geworden.

Fotos: PM

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