Bürger-Uni zum Thema „Kunst als Herrschaftsinstrument“

(pm/ea) – Die Volkshochschule der Bildungspartner Main-Kinzig (BiP) in Gelnhausen bietet im Herbst zum sechszehnten Mal einen universitären Vortragszyklus an, der während eines gesamten Semesters ein bestimmtes Thema beleuchtet, welches sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht. Diesmal lautet der Themenschwerpunkt: „Kunst als Herrschaftsinstrument – Propaganda und Bilder“.

Das studium generale (sg) trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Interessierte können sich für die gesamte Veranstaltungsreihe „einschreiben“ und erhalten einen Subskriptionspreis. Die Veranstaltungen liegen leicht planbar zwischen September und Dezember 2021. Ferien und Feiertage bleiben ausgespart. Von den neun Vorträgen, die jeweils donnerstags abends stattfinden, werden zwei Termine im Onlineformat angeboten. „So können wir auch überregional sowohl Dozent*innen als auch Teilnehmende gewinnen“, berichtet Alexander Wicker, Fachbereichsleiter Gesellschaft und Kultur bei der BiP.

Die Grenze zwischen Information über politische Absichten und Programme auf der einen und Propaganda auf der anderen Seite ist hauchdünn. Solange es Herrscherinnen und Herrscher, Regierungen, Oppositionen und überhaupt politische Auseinandersetzung gibt, solange wird diese Grenze immer wieder neu ausgelotet. Die Kunst – ob es sich nun um Bildhauerei, Malerei, Literatur, Fotografie oder das bewegte Bild handelt – spielt dabei eine herausragende Rolle. Denn sie kann die Vermittlungsfunktion übernehmen, sie ist ein Medium im Wortsinne. So zeigen altägyptische Reliefs Tutanchamun beim Erschlagen der Feinde, obwohl er wahrscheinlich nie einen Streitwagen erklommen hat.

Der „Tatenbericht“ des römischen Kaisers Augustus, das Abbild des Keltenfürsten vom Glauberg, Maria Theresia 1752 nach der Konsolidierung ihrer Macht, George Washington beim Überqueren des Delaware 1776, Wilhelm I. und Otto von Bismarck in Versailles 1871: Sind das nicht alles zwar informative, aber eben auch gestellte, geschönte, nach Herrscherwillen geformte Abbilder der Wirklichkeit, aufgeladen mit Symbolik und angereichert mit aussagekräftigen Details? Wie wirkten Kunst und Propaganda in den sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas während des Kalten Krieges zusammen? Wem diente im Laufe der Jahrhunderte die Kunst – und welchem Zweck? Die Kunstfreiheit ist in Deutschland erstmals mit der Weimarer Reichsverfassung 1919 garantiert worden, heute findet sich eine unmissverständliche Regelung in Artikel 5 des Grundgesetzes. Doch ist Kunst nicht auch heute noch unter anderem ein beliebtes Herrschaftsinstrument? Wie sieht moderne Propaganda aus, welcher künstlerischer Mittel bedient sie sich und wie kann man diese entschlüsseln?

Das neue Semester im studium generale der BiP macht sich auf die Spur.

Termine studium generale:
„Kunst als Herrschaftsinstrument – Propaganda und Bilder“

Donnerstag, 30. September: „Bildthemen im alten Griechenland“
Mario Becker

Donnerstag, 7. Oktober: „Bilder die lügen…Die Antike macht’s vor!“
Mario Becker

Donnerstag, 28. Oktober: „Die Waldlandschaft Spessart – Fremdbild und Wirklichkeit“
Dr. Gerrit Himmelsbach

Donnerstag, 4. November: „Zwischen Kitsch und Kunst – Vaterlandsverklärung, Heldenverehrung und Trauerarbeit für Kriegsopfer mit Denkmälern und auf Gemälden“
Prof. Dr. Berthold Meyer

Donnerstag, 11. November: „Wahlplakate der neuen rechten Parteien in Europa“
Dr. Katja Freistein (dieser Termin findet Online statt)

Donnerstag, 18. November: „Die Qadesch-Schlacht Ramses‘ II. – Kunst im Dienst der Geschichtsklitterung“
Christine Raedler

Donnerstag, 25. November: „Kunst und Kombinat. Vom Sozialistischen Realismus im realen Sozialismus“
Uta Grundmann (dieser Termin findet Online statt)

Donnerstag, 02. Dezember: „Kunst als Kritik. Wie Theater Propaganda entschlüsseln kann“
Professor Jeroen Coppens

Donnerstag, 09. Dezember: „Die Ikonographie des Nationalsozialismus. Propaganda in (foto)grafischen Abbildungen“
Judith Sucher, Alexander Wicker

Bis auf zwei Online-Termine werden alle Veranstaltungen im Bildungshaus Main-Kinzig, Frankfurter Straße 30 in Gelnhausen, durchgeführt. Die jeweils gültigen coronabedingten Vorgaben und Regelungen sind auf der Website der BiP aufgeführt. Aktuell gelten im Bildungshaus die 3-G-Regeln. Die Vorträge finden jeweils von 19:00 – 21.15 Uhr statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 12,00 €/Vortrag. Wer sich bis zum 28. September für die gesamte Reihe anmeldet, profitiert vom günstigen Subskriptionspreis (86,00 €). Abmeldungen für einzelne Veranstaltungen können dann im Laufe des Halbjahres allerdings nicht mehr berücksichtigt werden. Mit anderen Ermäßigungen kann dieser Rabatt nicht kombiniert werden.

Anmeldung unter www.bildungspartner-mk.de oder per E-Mail an vhs@bildungspartner-mk.de; telefonische Rückfragen unter 06051-91679-0.

Foto: PM

 

 

 

 

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