Aufstieg in 2. Bundesliga bleibt Erlenseer Floorballern nach zweimaligem Einspruch doch noch verwehrt

(pm/ea) – Enttäuschung und Frust bei den Erlenseer Floorballern: der Aufstieg in die 2. Bundesliga bleibt ihnen verwehrt.

In der Pressemitteilung der TSGE-Floorballabteilung heißt es:

„Mit hohen Zielen waren wir in die Spielzeit 2020/21 gestartet, besiegten an den ersten beiden Spieltagen Mainz (12:5) und Griedel (6:3). Wir wollten aufsteigen, das spürte man. Doch nur wenig später herrschte wieder absoluter Stillstand“,  Die Corona-Pandemie brachte den Spielbetrieb erneut zum Erliegen und führte letztendlich zum ergebnislosen Saisonabbruch, wie auch in der Saison 2019/20. Unser Sport befand sich im unfreiwilligen Winterschlaf. Trotzdem hatten wir noch Hoffnung. Hoffnung auf den Aufstieg. Schließlich hatte Floorball Deutschland frühzeitig angekündigt, dass es trotz der Situation Aufsteiger in die 2. FBL geben soll. Durch den freiwilligen Rückzug der Mannschaft aus Feuerbach waren sogar vier Plätze in der Staffel Süd/West frei.

Die Freude war dementsprechend groß, nachdem wir Ende März die Mitteilung von Floorball Deutschland bekamen, dass wir in der Saison 2021/22 in die 2. Floorball-Bundesliga Süd/West aufsteigen werden und die Spielbetriebskommision (SBK) unserem Aufstiegswunsch trotz Saisonabbruch nach nur zwei Spieltagen nachkommt. Zu diesem Zeitpunkt galten Calw und Mainz als Mitaufsteiger. In diesem Moment dachte wohl niemand an das Hin und Her, welches nun am 5.07.2021 ein Ende fand.

Allerdings bediente sich Floorball Deutschland für die Entscheidungsfindung nur der ursprünglichen Frist (15.01.) zum Einreichen des Aufstiegswunsches. Folgerichtig war ein Einspruch bei der Verbandsspruchkammer (VSK) erfolgreich. Schließlich hatte Floorball Deutschland eigenständig die Frist im Januar bis zum 15.03. verlängert. Wahrscheinlich um Aufstiegskandidaten, für die mit nur fünf Teams dünn besetzte Staffel Nord/West zu finden. Im Nachhinein ein klares Eigentor. In Hessen entstand dadurch die Situation, dass insgesamt vier Teams (Erlensee, Mainz, Frankfurt und Griedel) den Aufstiegswunsch meldeten. Hinzu kamen die Calw Lions aus Baden-Württemberg. Vier Aufsteiger in nur einer Saison hätten die hessische Regionalliga extrem geschädigt. Eine faire Entscheidung, die kein Team benachteiligt und den Spielbetrieb in Hessen nicht zerstört sollte, laut VSK, her. Ein unmögliches Ziel.

Floorball Deutschland spielte den Ball für die erneute Entscheidung an den hessischen Verband (FVH) zurück. Die Teams sollten sich untereinander einigen. Bereits zu diesem Zeitpunkt lag ein Losentscheid auf dem Tisch. Allerdings wollten diesen alle Teams vermeiden, da dieser nichts mit einer sportlichen Leistung zu tun hat. Ein Online-Meeting aller Teams mit dem FVH wurde einberufen. In dieser Diskussionsrunde sprachen sich alle beteiligten Vereine für uns als gesetzten Aufsteiger aus. Man honorierte unsere Leistung der letzten Jahre. Der zweite Aufsteiger wurde anschließend gewählt und erneut fiel die Wahl auf Floorball Mainz. Weniger später bestätigte Floorball Deutschland das Ergebnis und wir hatten unsere zweite schriftliche Zusage.

Allerdings war auch dieses Ergebnis anfechtbar und so führte ein erneuter Einspruch wieder zur Aufhebung der Entscheidung. Vor dieser Aufhebung gab es allerdings kurzzeitig Hoffnung: Die VSK schlug einen Vergleich vor: Frankfurt, Mainz und wir sollten laut diesem Vorschlag aufsteigen, wenn alle Vereine und die SBK von FD dem zustimmten. Allerdings lehnte Floorball Deutschland ab. FD hatte dem hessischen Verband frühzeitig zugesichert, dass maximal zwei Teams aufsteigen werden. Kompromissbereitschaft gab es keine. Die letzte halbwegs faire Möglichkeit war somit auch gescheitert. Floorball Griedel wäre bei diesem Vorschlag auf der Strecke geblieben, da sie keine der beiden Entscheidungen anfochten und die Entscheidungen somit, laut VSK, für sie Rechtsgültigkeit hätten. Calw war von FD als baden-württembergischer Vertreter gesetzt, da sie mit der hessischen Situation nichts zu tun hatten.

Im letztendlich erfolgreichen Einspruch berief sich die Antragstellerin darauf, dass die gewählte Methode nicht den Richtlinien zum Aufstieg entsprechen würde. Richtlinien, die zu einer Zeit entwickelt wurden, in der noch niemand an die Pandemie dachte. Außerdem sollte es auf einmal wieder ein einheitliches Verfahren zwischen allen potenziellen Aufsteigern geben, obwohl die Antragstellerin selbst im Online-Meeting den Vorschlag machte, uns als ersten Aufsteiger zu setzen. Es blieb nur ein Losverfahren. Allerdings sollten alle aufstiegswilligen Vereine im Vorhinein zustimmen und sich dem Verfahren unterwerfen. Ein Team meldete sich nicht fristgerecht zurück. Daraufhin zog Floorball Deutschland die Konsequenz, dass es keine hessischen Aufsteiger in die 2. FBL geben wird. Ein absolutes Fiasko für uns, welches unsere harte Arbeit und unseren Traum der letzten Jahre mit einem Schlag zerstörte.

Es wurde während der ganzen Zeit auch immer wieder kontrovers über ein mögliches Entscheidungsturnier diskutiert. Allerdings ließ die Corona-Situation lange kein Mannschaftstraining zu. Zumal auch bei einem solchen Turnier die sportliche Fairness durch unterschiedliche Regelungen und Trainingsbedingungen in den Landkreisen nicht garantiert wäre. Außerdem fehlte für ein solches Turnier die nötige Vorbereitungszeit durch den wachsenden Zeitdruck und auch die Emotionalität bei den Spielen wäre ein nicht zu unterschätzender Faktor gewesen. Zweikämpfe weit über dem Limit wären wohl die Regel gewesen – und das alles nach sieben Monaten ohne normales Training.

Letztendlich bleiben nur die Enttäuschung und der Frust, dass wir nach der zweimaligen Zusage nun doch nicht aufsteigen dürfen. Hinzu kommen bereits angefallene Kosten, zum Beispiel für die Anschaffung eines zweiten Trikotsatzes. Wir hoffen, dass sich eine solche Situation nie wiederholen wird und die Regularien dementsprechend angepasst werden. Die letzten Wochen und Monate waren für unseren Vorstand und unsere Spieler/innen ein ständiges Auf und Ab. Vor allem eins haben wir dabei vermisst: die sportliche Fairness. Mehrmals standen wir als Aufsteiger fest und hatten durch unsere Leistungen in den letzten Jahren sogar das Ansehen der Mitbewerber gewonnen. Nur um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Von den Aussagen, dass wir es klar verdient haben und als Aufsteiger gesetzt werden sollen, wollte später niemand mehr etwas wissen. Auch die Zusammenarbeit im hessischen Verband wird sicher unter diesem Verlauf leiden. Persönliche Beziehungen wurden möglicherweise irreparabel zerstört.

Trotzdem wollen wir nicht, dass dieses Verfahren hinter verschlossenen Türen bleibt und in Akten verschwindet. Deshalb haben wir versucht, es nochmal aufzurollen und teilen es hier mit. Wir werden nun versuchen, das Ganze zu verarbeiten, deshalb bitten wir um Verständnis, wenn man in den nächsten Wochen etwas weniger von uns hören wird. Wir werden versuchen, unsere Spielerinnen und Spieler pädagogisch zu unterstützen, damit sie die Motivation nicht verlieren. Die Wunden sind tief“.

Foto: PM

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