Gertrud Achtert feiert ihren 100. Geburtstag

(pm/ea) – Am Montag feiert Getrud Achtert, Bewohnerin des Altenzentrums Rodenbach, ihren 100. Geburtstag. Im Rückblick ein Leben voller Freude aber auch Leid, wie in der Pressemitteilung des Alten- und Pflegezentrums berichtet wird.

Geboren am 29. Juni 1920 in Neubriesen in Schlesien – dem heutigen Nowa Brzeźnica – flüchtete Frau Achtert 1945 nach Riesa im sächsischen Landkreis Meißen. Ihr Vater, ein selbstständiger Schuster, war sehr früh verstorben, ihre Mutter arbeitete danach im Forstsamt. Auch Frau Achtert musste früh arbeiten und war zunächst als Hauswirtschaftshilfe bei den, wie es damals hieß „Herrschaften“ eingestellt. Nach ihrer Flucht aus Schlesien, lernte Frau Achtert ihren späteren Ehemann kennen, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahr 1991 mehr als 40 Jahre verheiratet war. Das Ehepaar bekam zwei Söhne und zwei Töchter, von der eine jedoch im Alter von nur einem Jahr an einer Lungenentzündung verstarb.

Ein Jahr vor der Errichtung der Mauer, flüchtete Familie Achtert 1960 nach Berlin und gelangte von dort aus, über Gießen, bis nach Hanau. Von 1962 an lebte sie mit ihrer Familie im Stadtteil Großauheim. Dort arbeitete Frau Achtert erst in der Stanzerei der Firma BBC – heute ABB –, wechselte aber nach einem Arbeitsunfall, bei dem sie drei Finger verlor, in die Poststelle des Unternehmens. Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag in ihrem Leben war der frühe Tod ihrer zweiten Tochter, die im Alter von nur 37 Jahren an Krebs starb. Ein Trost, dass sie von ihrer Tochter sowohl eine Enkelin als auch eine Urenkelin hat. Insgesamt hat Frau Achtert vier Enkelkinder und einen Urenkel. Das wichtigste im Leben von Frau Achtert war immer ihre Familie, für die sie, wie es die Söhne beschreiben: „großmütig, aufopfernd und liebevoll alles gegeben hat“.

Bis zu ihrem 91. Lebensjahr hat Frau Achtert ihren Alltag noch alleine bewältigt und ist sogar noch Fahrrad gefahren. Seit Mai 2016 lebt sie nun im Altenzentrum Rodenbach, wo sie am Montag ihren 100. Geburtstag feiern wird. Aufgrund der derzeitigen Schutzmaßnahmen, findet die Feier nur im kleinen Familienkreis außerhalb der Einrichtung im Freien statt.

Foto: PM

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