„Wie geht es der Natur in Hessen?“ – Zustandsbewertungen („Hessenampel“) stehen zum Download bereit

(pm/ea) – „Mit dem Verlust von Arten und Lebensräumen sind gravierende Auswirkungen auf Ökosysteme verbunden. Deshalb können wir aus Ergebnissen der „Hessenampel“ einerseits Hoffnung schöpfen, andererseits zeigen sie, dass wir noch einiges zu tun haben“, so Umweltministerin Hinz anlässlich der Veröffentlichung der sogenannten „Hessenampel“.

Diese steht nun auf der Seite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zum Download bereit. Sie fasst die Bewertungsergebnisse zum Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Bericht 2019 für Hessen zusammen.

Beispielsweise bei Biber und Wildkatze sind deutliche Verbesserungen erkennbar. Sie weisen jetzt erstmals einen günstigen Erhaltungszustand auf. Sechs Arten wurden in der zurückliegenden Berichtsperiode zudem erstmalig in Hessen nachgewiesen bzw. sind nach langer Zeit wiedergefunden worden. Die „Hessenampel“ macht aber auch deutlich, dass der Zustand vieler Arten und Lebensräume in Hessen nach wie vor kritisch ist: Der Anteil der Tier- und Pflanzenarten, die sich in einem schlechten Erhaltungszustand befinden, hat von 27 Prozent auf 35 Prozent zugenommen. Schwerpunkte dieser Verschlechterung liegen bei Fledermäusen, bei Pionierarten unter den Amphibien und Reptilien mit der besonderen Fähigkeit, noch nicht oder kaum bewachsene Flächen zu besiedeln, sowie bei Schmetterlingen, die extensiv genutzte Heuwiesen und Weiden als Lebensraum benötigen.

Betrachtet man die Lebensraumtypen in Hessen, sind leichte Verbesserungen oder sogar positive Entwicklungstendenzen bei Fließgewässern und den gewässerbegleitenden Auenwäldern erkennbar. Diese Erfolge können beobachtet werden, schlagen sich aber aus methodischen Gründen im aktuellen Bericht noch nicht nieder. Der Anteil von Lebensraumtypen mit schlechtem Erhaltungszustand ist gegenüber dem letzten Bericht (2013) mit knapp 67 Prozent konstant geblieben. Weiter verschlechtert hat sich der Zustand der Grünland-Lebensraumtypen, um die es auch schon im vorigen Bericht nicht gut bestellt war: „Viele Arten und Lebensraumtypen in Hessen sind auf traditionell und damit extensiv bewirtschaftete Heuwiesen angewiesen statt stark gedüngter Vielschnittwiesen. Nur wenn wir es schaffen, der Nutzungsintensivierung einerseits und der Aufgabe von extensivem Grünland andererseits entgegenzuwirken und die Landschaftspflege im Land weiter auszubauen, wird es uns gelingen, viele Arten und Lebensräume in Hessen zu erhalten“, sagte HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid.

„Die „Hessenampel“ zeigt, dass wir uns weiterhin für den Artenschutz und den Schutz von Lebensräumen einsetzen müssen,“ so Umweltministerin Hinz, „Wir haben bereits Maßnahmenpläne für die FFH-Gebiete etabliert, die es jetzt umzusetzen gilt. Außerdem werden wir Landschaftspflegeverbände fördern, die dann Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Biodiversität vorbereiten und umsetzen. Wir stellen für das Jahr 2020 21,8 Millionen Euro für den Naturschutz zur Verfügung. Damit haben wir die Summe seit 2015 mehr als verdoppelt“, betonte die Ministerin Priska Hinz.

Hintergrund:

Der Nationale Bericht 2019 zum Zustand der Arten und Lebensräume der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Deutschland (FFH-Bericht) wurde am 30. August 2019 an die Europäische Kommission übermittelt. Eingegangen in diesen Bericht sind aktuelle Naturschutzdaten aus allen Bundesländern. In der kontinentalen Region Deutschlands, zu der Hessen gehört, haben 39 Prozent der untersuchten 179 Arten und 40 Prozent von 83 Lebensraumtypen einen schlechten Erhaltungszustand. Lediglich etwa einem Fünftel der Arten und Lebensräume wird ein günstiger Zustand attestiert. Anhand des hessischen Beitrags zum Nationalen Bericht wurde der Erhaltungszustand der in Hessen vorkommenden Arten und Lebensraumtypen bewertet. Diese sogenannte „Hessenampel“ gibt Auskunft über den Zustand der FFH-Arten und -Lebensraumtypen in Hessen und liefert die Grundlage zur Bewertung von einzelnen Vorkommen dieser Schutzgüter. Verwendet werden die Daten beispielsweise zur Schwerpunktsetzung bei der Maßnahmenplanung oder bei der Bewertung von Eingriffen.

Die Ergebnisse für Hessen („Hessenampel“) und weitere Informationen zum Thema finden sich unter: www.hlnug.de/themen/naturschutz/schutzgebiete/natura-2000/monitoring

Weitergehende Erläuterungen und die Daten zum Nationalen Bericht stellt das Bundesamt für Naturschutz bereit: www.bfn.de/themen/natura-2000/berichte-monitoring/nationaler-ffh-bericht.html

Anzeige

Wussten Sie schon…?

Rauchwarnmelder müssen gemäß DIN 14676 jährlich gewartet werden. Rauchmelder sollten spätestens nach 10 Jahren ausgetauscht werden. (unabhängig von der Batterieart).

Weiterlesen