Leserbrief: „Schulden – das magische Zauberwort der Fusionsgegner“

Zur Fusion Erlensee/Neuberg beleuchtet Harold Lebküchner in seinem Leserbrief das Thema Schulden.

Schulden – das magische Zauberwort der Fusionsgegner:

Erlensee: 27 Mio., Neuberg nur 7 Mio., da kann Neuberg ja nur untergehen bei einer Fusion, so das fadenscheinige Argument der Neinsagerinitiative.

Warum fadenscheinig? Die nackte Zahl der Schulden sagt überhaupt nichts über die Verschuldung aus. Es fehlen die Bezüge zu Haushaltsgröße und Wirtschaftskraft sowie Bevölkerungszahl.

Erlensee hat ca. 15000 Einwohner und einen Jahreshaushalt von ca. 40 Mio. bei zahlreichen Arbeitsplätzen, auch viele neu geschaffene, und einer beachtlichen Wirtschaftskraft. Neuberg dagegen hat ca. 5400 Einwohner und einen Jahreshaushalt von ca. 10 Mio. bei sehr bescheidener Wirtschaftskraft und vergleichsweise wenigen Arbeitsplätzen.

Erlensee hat also einen 4mal so großen Haushalt wie Neuberg und etwa 3 mal so viele Einwohner wie Neuberg. Da sieht es mit dem Schuldenverhältnis natürlich schon völlig anders aus, als uns vorgegaukelt wird.

In Erlensee entfallen damit ca. 1800 € Schulden pro Kopf der Bevölkerung, in Neuberg ca. 1300 €. Das ist schon deutlich weniger als die 27 Mio. €, die den Neubergern angeblich aufgelastet werden sollen im Falle einer Fusion, im Vergleich zu eigenen Schulden von 7 Mio..

Schauen wir uns den Bezug der Schulden zum jeweiligen Haushalt an, so haben wir in Erlensee ein Verhältnis von 27 Mio. Schulden zu 40 Mio. Haushalt, in Neuberg 7 Mio. Schulden zu 10 Mio. Haushalt. Das entspricht für Erlensee einem Verhältnis von etwa 1 zu 1,5, bei Neuberg einem Verhältnis von ca. 1: 1,4. Hier steht Erlensee nun sogar noch einen Hauch besser da wie Neuberg, aber beide Kommunen schneiden an dieser Stelle praktisch gleich ab.

Das also bleibt, wenn man einen redlichen Schuldenvergleich anstellt.

Wirft man nun noch einen Blick auf die sogenannten ‚Freiwilligen Leistungen‘ der Kommunen für ihre Bürger/innen, z.B. Hallenbad, Bürgerhäuser, Kinder- Jugend- und Seniorenarbeit, Familienbus, aber auch z.B. eine Straßenkehrmaschine und Ähnliches, worüber Erlensee alles verfügt, so zeigt sich, wie schlecht Neuberg im Vergleich zu Erlensee dasteht.

In Neuberg entfallen an ‚Freiwilligen Leistungen‘ der Kommune gerade mal 22 € pro Kopf und Jahr, in Erlensee sage und schreibe 250 €. Da zeigt sich in aller Deutlichkeit die enorme Wirtschaftskraft Erlensees im Vergleich zu Neuberg, und es wird drastisch klar, wie dürftig es in Neuberg ohne Fusion in Zukunft weitergehen wird.

Die ganz klare Schlussfolgerung kann hier nur heißen: Neuberg kann bei einer Fusion wirklich nur gewinnen. Die Fusion mit windigen Argumenten, wie z.B. beim Thema ‚Schulden‘, schlecht zu reden, ist geradezu verantwortungslos.

Die Fusion mit Erlensee zu wählen ist mit Sicherheit die beste Option für Neuberg.

Harold Lebküchner
Neuberg

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