Kasseckert: „Deutschkenntnisse nicht in Frage stellen“

(pm/ea) – Mit seinem Vorstoß, schlecht sprechende Kinder erst später in die Grundschule einzuschulen, hat der Vize-Fraktionsvorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann, eine heftige Debatte losgetreten. Dabei, so der CDU-Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert, sollte es sich bei seiner Forderung um eine Selbstverständlichkeit handeln.

Wir dürfen die notwendigen Deutschkenntnisse für den Einstieg in die Grundschule nicht in Frage stellen, machte er deutlich. Mangelnde Sprachkenntnisse sind eines der großen Integrationshemmnisse.

Für ihn gehen die reflexartigen Reaktionen von Linke, SPD und Vertretern der Lehrergewerkschaft am eigentlichen Thema vorbei. Sofort wird versucht, derartige Meinungen in die rechte Ecke zu stellen. Integrations- und Bildungsprobleme werden damit nur verschleiert, aber nicht gelöst. Ein Problem, das jeder kennt, der sein Kind nicht gerade in Privatschulen unterbringen kann.

Bestätigung findet Kasseckert bei zahlreichen Schulbesuchen und vielen Gesprächen mit Grundschullehrern. Dort werden zunehmend Sprachdefizite festgestellt, die im Regelunterricht häufig nicht abgebaut werden können. Zumeist bei den Schülerinnen und Schülern, die fast gänzlich ohne Deutschkenntnisse in den Unterricht integriert werden sollen. Deshalb unterstützt Kasseckert auch Linnemanns Forderung, dass zwingende Voraussetzung für den Besuch der Grundschule das Beherrschen der deutschen Sprache sein muss. Schülerinnen und Schüler können in der Grundschule Lesen, Rechnen, Schreiben nur erlernen, wenn sie die Sprache beherrschen und verstehen, was ihnen vermittelt werden soll. Dies betreffe, so Kasseckert, Kinder aus Zuwanderungsfamilien genauso wie Kinder aus deutschen Familien. Auch hier sind inzwischen häufig erhebliche Defizite feststellbar. Diese ziehen sich dann durch die gesamte Schullaufbahn und enden nicht selten in schlechten oder keinen Schulabschlüssen. Genau damit wird den künftigen Jugendlichen ein erfolgreicher Einstieg in die Berufswelt erschwert, deren Anforderungen in unserer Wissensgesellschaft immer weiter steigen.

Kasseckert vergleicht die Forderung nach geeigneten Sprachkenntnissen mit dem Integrationsvorbild Kanada. Im Rahmen einer Delegationsreise mit Ministerpräsident Bouffier besuchte Kasseckert sogenannte Einwanderungsklassen. In Kanada besteht die Pflicht für Erwachsene und Kinder unmittelbar nach der Zuwanderung die Landessprache zu erlernen. Wer die Landessprache dort nicht erlernt, verliert seinen Anspruch auf Integration und Bleiberecht. Nur so konnte Kanada über Jahrzehnte erfolgreich die Integration von Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde meistern.

„Auch in Hessen hat die CDU-geführte Landesregierung schon unter Ministerpräsident Roland Koch sogenannte Deutschkurse als Vorschule eingeführt. Schon damals gab es Widerstände aus dem politisch linken Spektrum. Dennoch habe sich diese Maßnahme bewährt, ähnlich wie die Sprachangebote im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung. Die Argumentation, Grundschule sei eben genau dafür da, die deutsche Sprache in der Gemeinschaft der Kinder zu erlernen, hält Kasseckert für falsch. Zu Recht verweist er auf den hessischen Bildungs- und Erziehungsplan, der die Bildung junger Menschen von null bis zehn Jahren umfasst. Er unterstützt deshalb die Forderung, im letzten Kindergartenjahr intensive Sprachförderungen für Kinder mit Sprachdefiziten anzubieten, um ihnen einen Einstieg in die Grundschule zu ermöglichen. Die Angebote zur Sprachförderung seien aus seiner Sicht keine Bestrafung, sondern geben den Kindern die Chance zur Teilnahme und zum Aufstieg durch Bildung. Wer diese Wahrheit als rechtspopulistisch abstempelt, zeigt eine Weltanschauung, die an der Realität vorbeigeht. „Diese veröffentlichte Meinung stimmt aber nicht mehr mit dem überein, was ich im Wahlkreis und im Gespräch mit Bürgern erfahre“. Darüber müsse man offen diskutieren können, ohne dass jeder kritisch Andersdenkende als Rechtspopulist gilt“, so Heiko Kasseckert in einer Pressemitteilung.

 

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