Leserbrief: „Die erste Denksportaufgabe für das Jahr 2019“

Neujahrsgedanken von Monika Reuter

Das Neue Jahr mit einem ordentlichen Feuerwerk zu begrüßen, gehört einfach für viele Menschen zu einer gelungenen Feier dazu. Für viele ist es auch selbstverständlich, am Neujahrstag – oder je nach körperlicher Verfassung erst am zweiten Januar – die traurigen Überreste einer tollen Silvesternacht vor der eigenen Haustüre zusammenzukehren, auch ganz selbstlos die Feiersünden ihrer Kinder oder Enkel zu beseitigen, damit das gute Miteinander mit den Nachbarn erhalten bleibt.

Es gibt jedoch dazu ein weitverbreitetes unschönes und trauriges Phänomen, das immer mehr Schule macht.

Als Beispiel dient mir die Verkehrsinsel in der Ravolzhäuser Straße am Ortsausgang Langendiebach. Diese wurde auch an diesem Jahreswechsel wieder, wie so viele andere öffentliche Orte in unserer Stadt, Treffpunkt für Personen, die ungeachtet der Verkehrssicherheit, der Umwelt und des Tierwohls, einen beträchtlichen Abfallberg an Krachern, Raketen und zerbrochenen Flaschen  zurückgelassen haben.

Ausgelassenes Feiern gerade an Silvester ist erst einmal ok. Doch bleibt die Fragen, wieso benehmen sich Menschen, die als verantwortungsvoll und mündig gesehen und behandelt werden wollen, nicht auch so?

Mich machte es am Neujahrstag traurig und wütend, als ich wieder einmal feststellen musste, dass öffentliche Plätze, Bushaltestellen, Verkehrsinseln, Parkplätze, Orte in unserer Stadt, die nicht ersichtlich einem bestimmten Wohnraum zuzurechnen sind, augenscheinlich als rechtsfreie Zonen angesehen werden, wo sich augenscheinlich benommen werden kann, wie man es vor der eigenen Haustüre niemals tun bzw. zulassen würde.

Seinen Müll der Öffentlichkeit und Allgemeinheit aufzubürden ist kein Kavaliersdelikt. Vielleicht herrscht ja die Meinung vor, die Straßenreinigung hätten man schließlich schon mit den Steuern bezahlt, die anderen machten es ja ebenso, man wohne ja nicht hier, was geht mich die Allgemeinheit an, diese Freiheit nehme ich mir?

Doch, es heißt auch; die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des Anderen anfängt!

Die erste Denksportaufgabe für 2019 könnte daher sein, sich einmal zu überlegen:

Nicht nur daran zu denken, was Andere für mich tun könnten, bzw. was sie müssten oder sollten, sondern sich Gedanken darüber zu machen, was ich für Andere, für meine Stadt, meinen Wohnort, was ich im Kleinen für eine Welt tun kann, die ich mein Zuhause nenne.

Ja! Und so habe ich mir mit den unterschiedlichsten Gefühlen im Bauch am Neujahrstag den Besen und die Kehrschaufel genommen und die Verkehrsinsel am Langendiebacher Friedhof gefegt. Das ist nicht gerade vor meiner eigenen Haustüre, hat sich aber so angefühlt. Hätte ich nicht tun müssen, bestimmt hätte die Stadtreinigung die Tage Ihre Arbeit getan und gründlich sauber gemacht, das ist ihr Job.

Und doch habe ich mir dieses Jahr endlich ein Herz gefasst, meinem Ärger und meinem Ohnmachtsgefühl wenigstens kleine Taten und diesen Artikel zur Denksportaufgabe folgen lassen.

Manch einer mag das belächeln, es vielleicht anmaßend finden, nur den erhobenen Zeigefinger darin sehen, Menschen wie mich als Moralapostel hinstellen, sich im Stillen ärgern oder meinen, es gehe ihn nichts an. Das alles kann und wird gewiss so sein.

Mir jedoch hat es geholfen meinen Ärger und meine Gefühle über so viel Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu ignorieren.

Wie wunderbar, wenn diese Gedanken einige Menschen erreichen, zum Nachdenken, Umdenken und Weiterdenken anregen, wie wunderbar, wenn wir alle durch mehr Achtsamkeit und kleine Taten, Gutes in unserem Ort bewirken können, einer Stadt, in der es lebenswert ist und in der wir uns weiter wohlfühlen möchten.

Ein bisschen mehr weg vom Ich und ein klein wenig mehr zum Wir hin. Das ist einer meiner Wünsche für 2019.

Monika Reuter
Erlensee

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