„Hier starben die Rehkitze einen qualvollen Tod – Seitdem hat sich viel verändert“

(ms/ea) – In diesem Sommer jährte sich zum achten Mal ein Ereignis, welches Carmen Merz aus Erlensee auch heute noch sehr bewegt. Der Anblick zweier von einem Mähdrescher verstümmelten Rehkitze, welche im Sterben lagen, wird sie nie vergessen. Seitdem hat sich zum Schutz der Tiere allerdings vieles zum Guten verändert.

Am 2. Juni 2010 sah Carmen Merz während eines Spaziergangs gegen 17.10 Uhr die verstümmelten Rehkitze, für die jedoch jede Hilfe zu spät kam. Zwei Tage später erstattete sie bei Polizei und Veterinäramt Anzeige. Am 14. September 2011 fand die Gerichtsverhandlung gegen den angeklagten Landmaschinenmechaniker beim Amtsgericht Hanau statt, welches das Verfahren gegen  Zahlung einer Geldbuße von 1000 Euro einstellte.

Auch in der Hessenschau wurde darüber berichtet:

Heute, acht Jahre später, sieht Carmen Merz positive Veränderungen: „Ich wollte niemanden an den Pranger stellen, sondern das massenhafte Rehkitzsterben in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Damals habe ich den sterbenden Rehkitzen versprochen, ihren Tod nicht auf sich beruhen zu lassen und etwas gegen diesen bestialischen Tod zu unternehmen. Durch die Gerichtsverhandlung in Hanau und der Aufruf in der Öffentlichkeit hat sich vieles verändert. Zum einen schaut die Öffentlichkeit jetzt genauer hin in der Setzzeit. Aber auch die Landwirte haben viele Maßnahmen ergriffen, um die Tiere zu schützen“, so Carmen Merz.

Einige Landwirte in der Gemarkung Langendiebach, Rückingen und Oberissigheim haben sich beispielsweise für ihre Ernte- und Mäharbeiten eine so genannte Schallkanone angeschafft und sind über die Wirkung positiv überrascht. Das Rehwild und Niederwild wird durch das Schallgeräusch viel früher aufgescheucht und kann nach Aussage der Landwirte rechtzeitig flüchten.

Montierte Schallkanone

Trotz dieser Maßnahme müssen in den ersten Lebenswochen der Rehkitze vor den Mäharbeiten die Wiesen durchgegangen und mit Fahnen zur Abschreckung der Rehe abgesteckt werden.
Hierbei ist eine gute Absprache zwischen der Jägerschaft Langendiebach und den betroffenen Landwirten unumgänglich und wird in den letzten Jahren auch sehr gut umgesetzt.

Beim Begehen der Wiese entdecktes Rehkitz

„Wie schlimm muss es sein, wenn Eltern mit ihren Kindern spazieren gehen und so einen Vorfall beobachten , wie ich ihn erlebt habe. Monatelang habe ich die Rehmutter noch am Waldrand nach ihren Kitzen rufen hören und konnte monatelang nicht mehr an der Wiese vorbei laufen, ohne die armen hilflosen Tiere zu sehen und machtlos zu sein. Wer so etwas einmal erlebt hat, wird es sein Leben lang nicht vergessen. Ich möchte mich beim Hessischen Rundfunk und allen Tierschützern bedanken, die mich in meinem aussichtslosen Kampf unterstützt haben und so zum Erfolg ein großes Stück beigetragen haben. Auch den Landwirten, die sich redlich bemühen, kein Tier zu verletzen, danke ich von Herzen“, so Carmen Merz, die diese Geschichte noch einmal in Erinnerung rufen wollte, als Mahnung und als Dank.

Auf dem Foto: Carmen Merz an der Stelle, wo vor 8 Jahren die Rehkitze lagen

Fotos: Privat

 

Neues von unseren Partnern!

„Demokratie leben!“ in Erlensee und Rodenbach – die Partnerschaft für Demokratie informiert

***Smartphone-Führerschein für 12 bis 15-jährige: Hast Du Lust, jetzt schon Deinen Führerschein zu machen? Was hinter diesem Angebot und vielen wohlklingenden Online-Marketing-Aktionen steht, erklären wir Dir im Rahmen unseres Smartphone-Führerscheins.

Weiterlesen