Junge Turmstörche beringt – Spenden für Erlenseer Vogelschutzverein

(pm/ea) – Die Turm-Storchenkinder 2018 erhalten die Namen Fritz, Felix, Franzi und Frodo.

Am Montagnachmittag versammelten sich Storchenfreunde, Vogelschützer und interessierte Anwohner am Fuße des mittelalterlichen Wehrturms in der Ringstraße von Erlensee-Langendiebach. Die Wetterbedingungen waren gut! Die Hitze der letzten Tage war kein Thema. Es war bewölkt, aber warm. Ungemütlich war nur die Wettervorhersage, welche für den Spätnachmittag mit Aussicht auf Gewitter und Wolkenbruch drohte. Aber alle waren guter Dinge.

Um 15:00 traf der kreisweit tätige Beringer und Storchenschützer Werner Peter ein. Im Handgepäck die Ringe der Vogelwarte und eine Decke, welche zur Abdeckung der Storchenkinder während der Prozedur herhalten sollte.
Eine Viertelstunde zuvor brachte das Einsatzteam des Bauhof Erlensee den Hubsteiger gekonnt in Stellung. Rückwärts stieß der Wagen nahe bis an den Turm heran und platzierte die vier Auslegerstützen auf den Pflastersteinen.

Dann wurde es spannend. Zielsicher manövrierte „Gondelpilot“ Sascha Lapp den Storchenexperten hoch an das 18m hohe Nest. Die wachhabende Störchin hielt bis kurz vor Ankunft des Beringers am Nest lange aus bevor sie die vier Jungen alleine zurückließ um die Prozedur geduldig auf einem umliegenden Hausdach zu beobachten.

Die Störchin sollte erfahren genug sein, um zu wissen, dass den Kleinen nichts weiter geschieht. Außer natürlich, dass ihnen die ELSA-Kunststoffringe ans Bein geklickt würden. Auf den Ringen steht ihre persönliche Ringnummer, das Kürzel DEW für die Vogelwarte „Deutschland Wilhelmshaven“ und die Internetkontakte derselben für etwaige Fund- oder Sichtungsmeldungen.

Die Jungstörche fallen in diesem Alter noch in Akinese, eine Art Trance, die sie vor Beutegreifern ebenso schützt wie vor tödlichen Fluchtreflexen. Deswegen wäre eine Beringung bei älteren Jungtieren, die diesen Reflex verloren haben und noch nicht fliegen können, keine gute Idee!

Aber den 5 ½ Wochen alten Storchenkindern war dieser Reflex noch lange nicht abhandengekommen. Sie waren so entspannt, dass Peter es wagen konnte, einen Storch („Fritz“) während der Beringung mit dem Hubsteiger kurz mit nach unten zu bringen.

Jungturmstorch Fritz DEW 8T355 auf Bodenstation

Dort gab es für die umstehenden Zuschauer nicht nur ein schönes Fotomotiv sondern vor allem vom Experten aus erster Hand noch etwas zu lernen über Aussehen, Federwachstum, Ernährungsfragen und Verhalten von Jungstörchen.

Danach ging es für den jungen Storch natürlich gleich wieder hinauf zu seinen Geschwistern ins Nest. Die wurden von ihrer Decke befreit. Ein letztes Gruppenfoto – dann war der Beringungsteil abgeschlossen! Der Hubsteiger zog den Teleskoparm ein. Die wartende Störchin flog zurück zum Nest! Alles gut! Und das Wetter spielte auch weiterhin mit!

Wie in den letzten fünf Jahren schon, wurde auch dieses Jahr wieder die Beringung der jungen Weißstörche vom Wehrturm Nord als kleines Happening gefeiert! Anlass war die von „Turmstorch“ Jürgen Von Paris initiierte Aktion, bei der sich alljährlich ein Jeder mit einem Spendenangebot im Sinne des Natur- und Artenschutz als Ringpaten für einen auserwählten Jungstorch bewerben darf.

Dieses Jahr ging die Spende erstmals an den Vogelschutzverein Erlensee e.V. Die Aktion spielte dieses Jahr an die 500 Euro ein!

So war es auch der bei der Beringungsaktion ebenfalls anwesenden Monika Brosien als 1. Vorsitzende des VSVE vorbehalten, die Ringpaten zu beglückwünschen, ihnen zu danken und die Turmstorch-Erinnerungsurkunde zu überreichen.

Folgende Ringpatenschaften gibt es 2018, also im sechsten Jahrgang (Anfangsbuchstabe „F“) nach der Rückkehr der Störche an den Wehrturm Nord, zu verzeichnen:

Sigrid Hagenberg mit „Fritz“ DEW 8T355
Elisabeth und Helmut Broos zur Hochzeit ihrer Tochter mit „Franzi“ DEW 8T356
Axel Friedrich mit „Frodo“ DEW 8T357
Christine Starke mit „Felix“ DEW 8T358

Ein Riesendankeschön an alle Ringpaten! Ebenso an die Stadt Erlensee und den Bauhof für die technische Unterstützung und die Bereitstellung des Hubsteigers sowie an alle weiteren Beteiligten an diesem erfolgreichen Beringungstag, der wie jedes Jahr bei einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen seinen Abschluss fand.

Und das Wetter? Das schlug dann doch nochmal zu! Pünktlich nachdem die Versammlung sich auflöste, brach es aus allen Wolken kübelweise über Langendiebach herein! Doch jetzt störte es keinen mehr. Wirklich?! Naja, vier beringte junge Störche vielleicht, die passend zu ihrer Beringung eine klatschnasse Namenstaufe erhielten!

Fotos: Jürgen Von Paris, Stanislaw Malczyk

⇒https://turmstorch.wordpress.com/

 

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