„Daheim fotografieren ist noch erlaubt“

(ms/ea) – Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird am 25. Mai in deutsches Recht umgesetzt. Gerade unter Fotografen gibt es derzeit eine große Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen. Erlensee Aktuell hat diesbezüglich bei Axel Häsler, Vorsitzender des Bezirks Hanau-Main-Kinzig im Deutschen-Journalisten-Verband, nachgefragt.

Kurz gefragt: Was ist denn eigentlich noch erlaubt?

Daheim bleiben digitale Fotos für den privaten Gebrauch unangetastet. Auch für den Pressebereich gibt es keine Änderungen. Ansonsten gilt: Sobald Menschen auf einem Foto abgebildet werden, müssen diese VORHER nach deren Einwilligung gefragt werden, auch wenn die Fotos ausschließlich für das Privatarchiv und nicht für eine Veröffentlichung bestimmt sind.

Da es ja derzeit eine enorme Verwirrung gibt, sei die Frage erlaubt: Wer blickt im Moment überhaupt richtig durch?

Dass derzeit noch diese Unsicherheiten bestehen, ist ja das Erstaunliche, denn die Verordnung befindet sich seit zwei Jahren in der Übergangsphase. Aber offensichtlich wurde sie erst in den letzten vier Wochen wahrgenommen. Das gilt übrigens auch für Politiker, die in Bundestagsfraktionen ihrer Parteien Mitglied sind.

Auch ich kann keine endgültige Aussage treffen, da mich täglich neue Auslegungen und Interpretation der Verordnung erreichen.

Das Recht am eigenen Bild war ja bisher bereits im Kunsturheberrecht (KUG) klar geregelt. Was ändert sich jetzt darüber hinaus?

Bisher musste man beispielsweise als Betroffener zur Durchsetzung von Schadensersatzforderungen eine Klage einreichen und nachweisen, dass man durch das Foto einen Schaden erlitten hat. Jetzt ist es so, dass im Falle einer Anzeige hohe Bußgelder auferlegt werden können, wenn eine Person ohne deren Einwilligung fotografiert wird.

Das heißt konkret: Die Pressearbeit von Vereinen und Kommunen wird sehr erschwert.

Oder zum Teil unmöglich gemacht, wenn sie Fotos von Einweihungsfeiern, Vereinsfesten oder Feuerwehrübungen machen wollen, denn von allen Personen, die sich im fotografischen Blickfeld befinden, Einwilligungen einzuholen, wird in vielen Fällen nicht machbar sein.

Bleibt dann noch das wilde Posten von Fotos und Videos in den sogenannten sozialen Medien. Wie werden da die Auswirkungen sein?

Teuer bzw. dramatisch, wenn die Abmahnvereine und -anwälte sich ins Zeug legen werden. Da wird manchem noch ein Licht aufgehen, vermutlich erst, wenn es zu spät ist.

Vielen Dank für das Gespräch

Die Fragen stellte Markus Sommerfeld

Foto: Wolfgang Racek

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