Vor Hantavirus-Erkrankung schützen – Gesundheitsamt gibt Tipps

(pm/ea) – Die Zahl der Infektionen mit dem Hantavirus ist im Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr auffällig hoch gewesen. Wurden 2016 noch zwei Fälle registriert, so verzeichnete das Gesundheitsamt 2017 25 bestätigte Fälle. Daher rät das Gesundheitsamt zu besonderen Schutzvorkehrungen.

Als Ursache für die hohen Fallzahlen von Hantaviren ist das starke Vorkommen von Bucheckern im Herbst 2016. Bucheckern sind die Hauptnahrung der Rötelmaus, deren Bestand durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Damit breitete sich auch das Virus besser aus, die Nagetiere gelten als Hauptüberträger des Erregers. Die Populationsgröße schwankt, ebenso die Zahl der Hantavirus-Erkrankungen. Zwischen den geringen Meldezahlen von 2014 (1) und 2016 (2) stieg die Zahl der gemeldeten Fälle 2015 auf 17 an.

Deutschlandweit waren im vergangenen Jahr 1.807 Fälle von Hantavirus-Erkrankungen gemeldet worden. In Hessen waren es 109.

Das Virus erzeugt bei einer Infektion schwere Grippesymptome und kann unter Umständen zu Nierenversagen führen. Die meisten Menschen infizieren sich durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, der mit den Ausscheidungen der Nagetiere auch das Virus enthält. Selten erfolgt die Übertragung durch Nagetierbisse. Das Gesundheitsamt rät grundsätzlich, den Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden.

Die Exkremente können auch nach Eintrocknen über längere Zeit ansteckend bleiben. Ein besonderes Risiko einer Infektion besteht beim Umschichten von Holz, Arbeiten im Wald, Aufenthalt oder Reinigungsarbeiten in Gartenhäuschen, Waldhütten oder Schuppen – insbesondere stauberzeugende Tätigkeiten wie Ausfegen. Das gilt auch für vergleichbare Tätigkeiten auf dem Dachboden, in der Garage, im Keller oder in waldnahen Häusern. Selbst der Kontakt mit Mäusen und anderen Nagern oder deren Ausscheidungen beim Wandern oder Zelten kann zu einer Ansteckung führen.

Der überwiegende Teil der Infektion läuft unbemerkt ab. Bei den symptomatischen Fällen beträgt die Inkubationszeit etwa zwei bis vier Wochen, kann aber in Ausnahmefällen auch zwischen fünf bis sechzig Tagen liegen. Der Verlauf der Krankheit ist grippeähnlich mit mehrtägigen Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Fieber von über 38 Grad. Häufig kommt es dann zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen, in Ausnahmefällen auch zu einer lebensbedrohlichen Blutungsneigung.

Das Gesundheitsamt verweist auf vorbeugende Maßnahmen bei der Reinigung von Scheunen, Dachböden, Garagen oder ähnlichen Räumlichkeiten: ausreichend lüften und bestenfalls wenig Staub aufwirbeln oder sogar feucht reinigen. Zusätzlich empfiehlt sich das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes. Für die Beseitigung von toten Nagetieren, deren Kot und Urin empfiehlt sich der Einsatz von Einmalhandschuhen. Die Entsorgung von Putzlappen, Einmalhandschuhen und toten Nagetieren sollte in verschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll erfolgen. Im Anschluss sollte das gründliche Händewaschen keinesfalls vergessen werden.

Weitere Informationen gibt es beim Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises unter der Telefonnummer 06051 8511650 oder auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de.

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