Feierlicher Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Erlensee zum 500. Reformationstag

(ea) – Den 500. Reformationstag feierte die Evangelische Kirchengemeinde Erlensee mit einem Festgottesdienst in der Ev. Kirche in Rückingen. An dem Gottesdienst nahm sogar Martin Luther in seiner typischen Augustinermönchskutte teil und stand in einem Interview Rede und Antwort.

Den Gottesdienst gestalteten Prädikantin Beate Bröning-Heck und Pfarrer Dieter Wichihowski sowie Pfarrer i.R. Günter Brennfleck. Für die musikalische Umrahmung sorgte der ökumenische Projektchor unter Leitung von Hardy Birkenstock, der Posaunenchor unter Leitung von Harald Betz sowie Bernd Traxel an der Orgel.

Pfarrerin Claudia Gillhoff interviewt Martin Luther alias Jürgen Pohl

In Mönchskutte stand Martin Luther in Person von Jürgen Pohl Pfarrerin Claudia Gillhoff in einem Interview am Altar Rede und Antwort. Sie wollte wissen, was sich vor 500 Jahren ereignete und warum er so gehandelt hat. Martin Luther erläuterte die damaligen Zustände und fand deutliche Worte, die Mißstände in der Kirche zu beschreiben, die dringend einer Reformation bedurfte.

Pfarrer Dieter Wichihowski nahm in seiner Predigt Bezug auf das vorher stattgefundene Interview und stellte die Frage „Was habt Ihr daraus gemacht?“, die Luther heute möglicherweise stellen würde, in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen.

Pfarrer Dieter Wichihowski bei der Predigt auf der Kanzel

Damals, ob vor 2000 oder vor 500 Jahren, mussten diejenigen, die ihr Leben am Evangelium ausrichteten, oftmals um ihr Leben fürchten, was umso mehr für die galt, die aus ihrem tiefsten Glauben heraus die Mißstände in der Kirche anprangerten und an die Grundlagen des Glaubens erinnerten.

„Hier stehe ich und kann nicht anders! Gott helfe mir, Amen“ Die berühmten Worte Luthers beim Verhör im Reichstag zu Worms zeigten beispielhaft, dass sich die Wahrheit des christlichen Glaubens nicht unter der Decke halten lässt.

Pfarrer Wichihowski betonte aber auch, dass heute in Westeuropa zwar niemand mehr Angst um sein Leben haben muss, wenn man Mißstände anprangert, dennoch stehen heute immer weniger Menschen öffentlich zu ihrem Glauben, weil es „uncool“ geworden ist.

Die Kirchen haben an Bedeutung verloren, obwohl ihre Botschaft aktueller ist denn je. Sie werden scheinbar nicht mehr gebraucht.

„Aber eben nur scheinbar“, wie Pfarrer Wichihowski ausführte. Es ist wichtig, die Botschaft unter die Menschen zu bringen. Dazu ist eine Kirche nötig, die nicht unbedingt reich an Besitz aber reich an Menschen ist, die ihre Botschaft mittragen. Eine Kirche, die allein dem Wort Gottes verpflichtet ist und niemandem nach dem Mund redet.

„Das ist unsere Verpflichtung, und zwar für alle, egal, welcher Konfession“, so Pfarrer Dieter Wichihowski abschließend.

Nach dem Heiligen Abendmahl und den von Pfarrer Dieter Wichihowski und Pfarrer Günter Brennfleck gesprochenen Segensworten endete unter den feierlichen Klängen des Posaunenchors der Festgottesdienst, an dem auch zahlreiche katholische Christen teilnahmen.

Pfarrer Günter Brennfleck gab der Gemeinde noch ein Zitat des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, mit auf den Weg. Dieser fordert eine Wiedervereinigung der christlichen Kirchen und sagte in einem Zeitungsinterview: „Dafür setzen wir uns seit Jahren ein. Dafür bete ich, dafür arbeite ich“.

Nach diesem Gottesdienst zeigte sich erneut, dass die Gebete des Kardinals in Erlensee bereits zu einem großen Teil erhört wurden.

Anschließend traf sich die Gemeinde noch im Gemeindesaal zum gemeinsamen Mittagessen, wo zuvor die Kinder bereits mit Pfarrerin Claudia Gillhoff und Martin Luther nach dem Interview einen separaten Kindergottesdienst  feierten.

Der ökumenische Projektchor

Der Posaunenchor

Auf dem Titelfoto (v.l.): Pfarrer Dieter Wichihowski, Prädikantin Beate Bröning-Heck und Pfarrer i.R. Günter Brennfleck

Bericht und Fotos: Markus Sommerfeld

 

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