Fluglärm-Messungen in Erlensee und Rodenbach: Verkehrsministerium lehnt Konsequenzen ab

(pm/ea) – „Im Main-Kinzig-Kreis ist die Fluglärm-Belastung gestiegen auf ein noch nie gekanntes Ausmaß. Wir können das mit Messdaten aus Erlensee und Rodenbach untermauern. Es ist äußerst ernüchternd, dass wir damit beim Verkehrsministerium auf taube Ohren stoßen“, beklagen Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und die Bürgermeister Erlensees und Rodenbachs, Stefan Erb und Klaus Schejna.

Sie hatten sich im Ministerium in Wiesbaden mit der Fluglärmschutzbeauftragten des Landes Hessen, Regine Barth, sowie der zuständigen Vertreterin der Fraport AG getroffen, um die Daten zu erläutern und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Dabei sei ihnen allerdings in Abrede gestellt worden, dass die Bevölkerung durch Lärm belastet werde, wie die Simmler, Erb und Schejna monieren.

Im Winter 2015/2016 waren die Messdaten über drei Monate hinweg an den Stationen in Rodenbach und Erlensee erhoben worden. In diesem Zeitraum wurde am Frankfurter Flughafen das so genannte „Lärmpausenmodell“ erprobt, das dann im Mai vergangenen Jahres schließlich in den Regelbetrieb überging. In einer ersten Auswertung der Daten kam Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir zur Einschätzung, die Dezibel-Werte lägen „aufgrund der Häufigkeit der Anflüge“ über dem Main-Kinzig-Kreis „nicht nur im Bagatellbereich“. Den heimischen Politikern missfiel seinerzeit nicht nur die herablassende Wortwahl aus Wiesbaden, mit der die hohen Werte kommentiert wurden. Bei ihnen stieß auch sauer auf, dass der Verkehrsminister keinerlei Lösungen gegen die Extremwerte anzubieten hatte.

Vom Gespräch in Wiesbaden erhofften sich die Vertreter von Kreis und Kommunen daher konkretere Ideen oder zumindest Gestaltungsbereitschaft. „Wir sind leider alle enttäuscht worden, weil die Fluglärmschutzbeauftragte hier nicht bloß die Meinung ihres Ministers wiedergegeben hat, sondern uns unterstellt, es gäbe praktisch gar keine Belastung“, resümierte Simmler, stellvertretend für die Mitstreiter. „Ich habe das Gefühl, dass Wiesbaden uns einreden will, die lärmenden Flieger über unseren Köpfen im Kreisgebiet seien nur reine Einbildung. Von echter Gesprächsbereitschaft sehen wir keine Spur.“

Regine Barth und die Vertreterin der Fraport hätten, so Susanne Simmler, die Auffassung vertreten, dass die durchgeführten Messungen in Rodenbach und Erlensee keinen Nachweis einer unzumutbaren Belastung durch Fluglärm lieferten. Die Gesprächspartner aus dem Main-Kinzig-Kreis erinnerten jedoch an die Absenkung der Endanflüge im Jahr 2011 und die „Verschiebung des Lärmteppichs“ durch die so genannten Lärmpausen. Gleichzeitig zeigten neuere Studien die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus in lärmintensiven Regionen. „Unser Kreis und insbesondere die Städte und Gemeinden im Westteil sind seit Jahren mehr und niedrigeren Flugbewegungen ausgesetzt. Minister Al-Wazir selbst erkennt ja gemessene Lärmereignisse an, die über das erträgliche Maß hinausgehen. Gleichzeitig hat kein Hausbesitzer im Main-Kinzig-Kreis Anspruch auf Entschädigung. Insofern waren und sind die Menschen hier auf die Unterstützung aus dem Ministerium angewiesen“, machte Umweltdezernentin Simmler deutlich. „Aber außer den großen Luftblasen bekommen sie nichts zu hören, statt Abhilfe nur Abwimmeln.“

Simmler, Erb und Schejna hoben die grundsätzliche wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für das Rhein-Main-Gebiet hervor. Gleichwohl betonten sie, dass es großer Anstrengungen bedarf, um eine Balance zwischen den wirtschaftlichen Interessen rund um den Flughafen und dem Ruhe- und Erholungsbedürfnis der Menschen in der Region herzustellen. „Vom Landes- und Bundesgesetzgeber fordern wir entscheidende Maßnahmen ein, um dem Fluglärmschutz die ihm zustehende gesellschaftliche und gesundheitspräventive Bedeutung zukommen zu lassen“, erklären sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Dazu zählten ein Fluglärmschutzgesetz und eine Absenkung der maßgeblichen Grenzwerte. Aktiver Schallschutz – also vor allem weniger Lärm – müsse Vorrang vor passiven Maßnahmen erhalten. „Hier werden wir das Hessische Verkehrsministerium nicht aus der Verantwortung entlassen.“

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