Dokumentationszentrum Fliegerhorst: „Von Weimar bis Wirtschaft“

(ea) – Am Mittwochabend wurde den politischen Gremien von Bruchköbel und Erlensee im Rahmen eines Vortrags von Prof. Dr. Egon Schallmayer ein erstes Konzept zur Realisierung des Dokumentationszentrums Fliegerhorst vorgestellt.

Unter dem Titel „Von Weimar bis Wirtschaft“ soll das Museum die Geschichte der letzten 100 Jahre objektiv darstellen, was gerade in der aktuellen Zeit der „Fake News“ und „Alternativen Fakten“ dringend geboten sei, wie Prof. Schallmayer betonte. Dabei sollen Ereignisse vor Ort mit den Geschehnissen in der Welt verknüpft werden.

„Ein Projekt, das es in dieser Art noch nicht gibt“, so Prof. Schallmayer, der einen zeitlichen Rahmen zog, der im Dokumentationszentrum beschrieben werden soll.

Dieser beginnt in der Weimarer Republik, in der deutsche Piloten der Reichswehr auf einem Übungsfliegerhorst bei Moskau ausgebildet wurden und möglicherweise später vom Fliegerhorst aus gestartet sind. Weiter geht es in der Zeitreise von der Errichtung des Fliegerhorstes und seinem Betrieb.

Widerstand, Zwangsarbeit, Auswirkungen auf das Umfeld sollen beschrieben werden. Ebenfalls die stationierten Einheiten und auch die umgebenden Flak-Stellungen außerhalb des Geländes.

Danach die Bombardierung und die Übernahme durch die Amerikaner mit dem erfolgten Ausbau und der Ereignisse im Kalten Krieg.

Der Kennedybesuch wird ebensowenig fehlen wie die großen Feste, die mit der Bevölkerung gefeiert wurden. Außerdem der gelebte „American Way of Life“ und die Auswirkungen auf das Umfeld.

Mit dem Abzug der Amerikaner soll die Betrachtung nicht enden. Vielmehr wird auch die Konversion sowie die Gestaltung der umliegenden Landschaft beschrieben.

Das Besondere: die Geschichte wird nicht nur rückwärts betrachtet, sondern fortgeschrieben und aktuelle Ereignisse mit einbezogen. Außerdem ist eine enge Verbindung mit dem Museum „Point Alpha“ in der Rhön geplant.

Vorgesehen ist, die erste Etage sowie das ehemalige Feuerwehrgebäude als Dokumentationszentrum zu nutzen. Mit rund 1800 Euro pro Quadratmeter als Einrichtungskosten nannte Prof. Schallmayer eine erste Kostenschätzung für die rund 700 m² große Ausstellungsfläche.

Mit dem Konzept stieß Prof. Schallmayer auf großes Interesse und Zustimmung. Allerdings wurden auch kritische Stimmen hinsichtlich der zu erwartenden Investitionssumme deutlich.

Bürgermeister Stefan Erb machte deutlich, dass man bei der Entscheidung das Thema „Verantwortung“ beachten solle: „Entweder jetzt entsteht hier etwas Einzigartiges oder nie mehr“. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Chance, die nicht wiederkehrt. Er verweist außerdem auf zu erwartende Gewerbesteuerreinnahmen aus dem gesamten Konversionsgelände, was bei einer Entscheidung ebenfalls zu berücksichtigen sei.

Erste Stadträtin Birgit Behr betonte, dass der beschriebene Weg gegangen werden könne.  Man müsse eben vorher investieren, wenn man später einen Nutzen haben möchte. Daher sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.

Sollte für das Projekt grünes Licht gegeben werden, kann das Dokumentationszentrum in etwa drei Jahren eröffnet werden, wie Prof. Schallmayer abschließend mitteilte.

Ebenfalls dazu ein Bericht vom Januar 2016: Zweckverbands-Versammlung stimmt für Errichtung eines Fliegerhorst-Museums

Bericht und Foto: Markus Sommerfeld

 

 

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